Sonntag, 28. April 2013

Frühlingsfest im Garten

Endlich geht es mir wieder gut - endlich wieder in der Gartenerde wühlen, Unkraut rupfen, Sträucher schneiden, mich an jeder neuen Blüte erfreuen. Und irgendwie geht es mir wie jedes Jahr - wenn der Frühling endlich da ist - viel zu schnell. Kaum hat die Narzissenblüte begonnen, ist sie auch schon wieder vorbei.
Mein Gewürzfass ist gesäubert. Rosmarin, Salbei, Knollau und weitere Kräuter sind für unsere Feriengäste wieder erntebereit.

 Ein Teil der Semperviven sind geputzt, gedüngt und können wieder aufgetischt werden.

Die erste Irisblüte - zugegeben  - ich habe sie auf meinem ersten Gartenmarktbesuch dieses Jahr gekauft und sie hat ihre ersten Wochen geschützt am Treppenhausfenster verbracht. Kaum hatte sie jedoch Frühlingsluft geschnuppert, schob sie auch schon ihre Blüte in die Höhe.
Leider habe ich meine kleine, handliche Digi verloren. Noch habe ich die Hoffnung, daß ich sie nur einfach verlegt habe. Deshalb mußte ich auf meine alte große Digi zurückgreifen und die Bildqualität ist halt nicht grad optimal. Doch ihr könnt auch so sehen, daß die Christrose unglaublich viele Blüten zeigt.
Elfenblume - Epimedium x rubrum hat inzwischen einen kleinen Teppich gebildet.Obwohl ich dieses Jahr frühzeitig (und rechtzeitig) die alten Blätter zurückgeschnitten habe, sind die wirklich elfenhaft wirkenden Blütchen schon wieder vom Neuaustrieb der Blätter bedeckt. Man hat fast das Gefühl sie werden von den Blättern beschützt.

Jedes Jahr aufs Neue erfreue ich mich am Judaspfennig auch Silberling genannt (Lunaria annua). Die Blütenfarbe ist in natura um einiges dunkler und intensiver. Die Samenstände verwende ich Herbst für kleine Gestecke und Kränze.
Noch viel zu tun gibt es an diesem Teilstück. Es sind noch einige qm Unkrautwiese zu bearbeiten. Irgendwann möchte ich diesen Teil mit Geranium bepflanzt haben. Ein Anfang ist gemacht, jedes Jahr werden es 2 - 3 qm mehr.
Besser sieht es schon hier aus. Die Wildwiese (Rasen kann man es wirklich nicht nennen) ist das erste Mal gemäht und die Kirschbaumblüte ist dieses Jahr richtig schön.
Dann machen wir uns langsam auf den Weg nach oben, auf Tritt und Schritt begleitet von Vergißmeinnicht in himmelblau und weiß. Es wird nicht lange dauern und sie müssen wieder auf den Kompost. Trotzdem werden sie sich bestimmt wieder reichlich versamen.
Die Zierquitte 'Crimson and Gold' sollte eigentlich laut Baumschulbeschreibung dunkelrote Blütchen haben.
Naja, nun sind sie halt leuchtend dunkelorange und wärmen uns durch ihre frühlingsfrische Farbe.
Zwischenstation, erstmal eine kleine Pause. Ganz so schlimm ist der Anstieg nun doch nicht, aber es ist immer schön von hier in den Hang zu blicken oder auch nach oben. Rechts oben im Bild seht ihr die Bitterorange (Poncirus trifoliata), einen unglaublich stacheligen Strauch, der dieses Jahr zum ersten Blüten angesetzt hat.


Und ich bin schon so gespannt, ob daraus dann tatsächlich Früchte werden.

 
Wenn ich hier rumkraxle komme ich mir fast wie eine Bergziege vor. Die Bepflanzung versuche ich so pflegeleicht wie möglich zu halten. Bis in 4 Wochen hat der Wollziest einen großen Teil der Fläche bedeckt und hindert dann hoffentlich einen Teil des Unkrautes am keimen.

Heute habe ich endlich die 1-jährigen ausgesät. Nicht sooo viele wie in den vergangenen Jahren, ab es ist doch wieder einiges zusammen gekommen - smile. Und wenn es dann hoffentlich mal anhaltend warm wird, kann ich auch mit der Direktaussaat der 1-jährigen beginnen. Doch nun ist erstmal Regen angesagt - wieder einmal .........



Sonntag, 14. April 2013

Schneeglöckchenzeit vorbei oder - der Prinz ist eingetroffen

 letzten Sonntag waren wir noch mitten drin - in der Schneeglöckchenzeit. Und dann war sie über Nacht vorbei. Wir hatten liebe Gäste in unserer Ferienwohnung und Tag für Tag konnten sie nur die Schneeglöchenzeit genießen. Man konnte ihn erahnen - den Frühling, aber eben nur erahnen. Wie mich dann am Montag dieses hübsche Gedicht von Carine erreichte, war sie plötzlich vorbei - im ganzen Garten verblühte Schneeglöckchen - dabei wollte ich sie noch schnell für ein Foto festhalten. Dafür gibt es nun ein Helleborus-Foto. Die Christ- oder Lenzrosenblüten haben die Schneeglöckenblüte begleitet, obwohl sie um einiges größer sind - die Schneeglöckchen gaben dem Garten ihr Gesicht.

Schneeglöckchenzeit
Oppenau 1. – 8. April 2013 Carine Birckicht-Reiser

Wir wohnten am Wald
Es war Schneeglöckchenzeit
Wir bekamen ein Stück
Einfaches Glück

Der Garten
War noch am schlafen
Keine Knospen
Keine Tulpen

Lieber Garten
Du bist wie Schneewitchen
Geduldig wartest du auf deinen liebsten
Und sein Küsschen

Der Prinz Frühling
An diesem April
Liess auf sich warten
Zögerte und sagte zum Garten

Der Wind sitzt hier bei mir
Wir trinken noch ein letztes Bier
Ihm ist eisig und kalt
Er braucht meinen Halt

Ich erwärme ihn ruhig
Mache sein Herz sonnig
Bald kann ich ihn schier
Wegschicken ich verspreche es dir

Dann komme ich mein Schatz
Mache für tausend Blumen viel Platz
Du kriegst einen zarten Kuss
Und dann ist mit dem Winter endlich Schluss

Liebe Carine, ganz lieben Dank für dieses schöne Gedicht, inzwischen ist der Prinz Frühling eingetroffen und erfreut uns mit Wärme und den Narzissenblüten.
et à bientôt