4 Tage Istanbul, 4 Tage eintauchen in eine andere Welt.
Fast 3000 Jahre alt hat mich Istanbul vom ersten Moment an fasziniert.
Wie wahrscheinlich jeder Besucher dieser umwerfenden Stadt am Bosperus haben
auch wir versucht, die überragenden Sehenswürdigkeiten zu besichtigen :
Blaue Moschee, die Moschee Süleymaniye Camii, Hagia Sophia, Bootsfahrt
von der Galata Brücke zum Schwarzen Meer, Großer Basar, Gewürzbasar
und auch Topkapi-Palast standen auf unserem Programm und sind unbedingt sehenswert. Doch über diese Highlights gibt es viele Reiseführer und Bildbände,
die euch diese Sehenswürdigkeiten ausführlich beschreiben.
Ich möchte euch berichten und zeigen, was mich persönlich außer diesen
Sehenswürdigkeiten beeindruckte.
Unser kleines Hotel lag im historischen Zentrum Sultanarmet. Wir kamen mitten in
der Nacht an. Um 6 Uhr früh wurden wir durch für unsere Ohren ungewöhnliche
Laute unsaft aus dem Schlaf gerissen. Imam, ein islamische Geistliche rief über wohl
riesige Lautsprecher zum Gebet.
Zum Frühstück auf der Dachterrasse bot sich uns dieser grandiose Blick.
auf der einen Seite Blick hinaus zum Marmara Meer

auf der anderen Seite die Silhouette der Blauen Moschee


und dann ringsum der Anblick fast zerfallener Dächer und
Häuser, dazwischen einzelne zum Teil wieder hergerichtete
Häuser.
Später erfuhr ich vom Hotelbesitzer, der in Deutschland geboren
wurde und seit 15 Jahren wieder in der Türkei lebt, dass dieser
Stadtteil und damit auch die Häuser inzwischen unter Denkmalschutz
stehen. Und da die Türkei im Verhältnis ein armes Land ist, ist es nur
wenigen Leuten möglich solche Häuser zu kaufen und entsprechend
auszubauen.

Dieses Haus in einer Seitenstraße nahe der Galatabrücke hat mich
sehr fasziniert. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen,
wie diese herrliche Fassade in ihren Glanzzeiten aussah.

Die Hagia Sofia mit der einzigartigen Kuppel hinterlässt bei bestimmt
jeden Besucher einen bleibenden Eindruck. Einst größte Kirche der
Christenheit , später Moschee des Sultans und jetzt Museum.
Besonders der Aufgang zur Empore war für mich ein Erlebnis.
Keine Treppen sondern ein mit großen Steinen gelegter gewundener
Aufgang führte uns nach oben.


Überall gab es die Handwerkskunst früherer Jahrhunderte zu bewundern,
wie hier im Palast des Sultans. Wunderschöne Fliesenmalereien, bunt
verglaste Fenster.


Eine moderne Einkaufsstraße mit flippigen Straßencafes und nur wenige Meter
weiter eine andere Welt. Als wir in eines dieser alten Einkaufshäuser gingen,
fühlten wir uns doch sehr fremd. Unzählige kleine verwinkelte, vollgestopfte
und schlecht beleuchtete Geschäfte,mir jeweils nur einem Sortiment. Entweder Damenpullover, Herrenhemden, Hosen, auch auch nur Jacken oder Mäntel.
Oft saßen bis zu 4 Männer teetrinkend und in Gespräche vertieft in diesen
winzigen Geschäften.
Große Stoffballen und schwere Warenkisten werden noch auf dem Rücken von
Geschäftzu Geschäft transportiert. Diese Träger mussten ein wirklich schwere
Arbeit tun und die Anstrengung war ihnen ins Gesicht geschrieben.
Überhaupt bestimmen Männer das Straßenbild.
Selbstverständlich machten wir eine Bootsfahrt über den Bosporus bis fast zum Schwarzen Meer. Vorbei an der fast nicht enden wollender Großstadtsilhouette,

unter 2 riesigen Hängebrücken hindurch, entlang an prächtigen Villen und
Palästen.
Auch hier wieder der Kontrast fast zerfallener Holzhäuser und dann mit viel
Liebe zum Detail restaurierte Bauten.


Höhepunkt dieses Ausfluges war der Blick zum Schwarzen Meer, der sich
uns von der Burg über der Endhaltestelle, dem Dörfchen Anadolu Kavagi
bot.

Natürlich habe ich auch eingekauft. Neben allerlei Süßwaren wie kandierten
Kiwis, Nüsse in Honigpaste, verschiedenen Teesorten, fand ich ein getöpfertes
Windlicht und einen gartengrünen Kaschmirschal.
Ich wünsche mir, dass es uns irgendwann noch einmal möglich sein wird,
Istanbul zu besuchen, da ich in diesen 4 Tagen nur einen winzig kleinen Teil
dieser Metropole kennen lernen konnte.