Donnerstag, 24. Juni 2010

Unterwegs im Rheinland

Seit Anfang des Jahres habe ich mich auf meine kleine Gartenreise nach Holland gefreut, dieses Mal mit meinem Mann, der sehr tapfer durchhielt.

Enstanden war diese Gartenreise aus dem Wunsch, einmal den Pflanzenmarkt in Bingerden / Holland zu besuchen.
So suchte ich uns eine kleine Ferienwohnung in Emmerich am Rhein, direkt an der holländischen Grenze. Von dort aus waren unsere Ziele in Holland wirklich nur ein Katzensprung.

Letzten Donnerstag frühmorgens ging es los. Nach einem kleinen Umweg ins Hessenland, wo mein Mann noch selbstgebrannte Schnäpsle ablieferte, fuhren wir die erste kleine Gärtnerei von Marcel de Wagt in Holland an. Er ist unter anderem bekannt für sein ausgesuchtes Fackellilien-Sortiment. Erwartungsvoll stiegen wir dort aus dem Auto und wunderten uns, daß keine Menschenseele zu sehen war. Nach einem Blick auf dieses Schild
,
dachte ich, das fängt ja gut an.

Da radelte eine Frau in den Hof und öffnete zielstrebig das große Eisentor. Ich fragte sie, ob die Gärtnerei wirklich nicht offen hatte. Sie antwortete, ja - sie hätten wie es auf dem Schild steht nur Freitag und Samstag offen. Doch Marcel de Wagt müßte da sein und sie würde ihn fragen, ob wir rein kommen könnten. Wir konnten - freu. So hatten wir eine wirklich schöne Gärtnerei nur für uns und ich stöberte nach Herzenslust. Ich fand die gesuchten Fackellilien und einiges mehr.






Auch Herr Wagt begrüßte uns sehr freundlich und als wir ihm erzählten, daß wir am nächsten Tag nach Bingerden wollten, überraschte er uns noch mit Freikarten. Das gesparte Eintrittsgeld wurde natürlich postwendend in Pflanzen umgesetzt.

Dann fuhren wir weiter nach Emmerich in unsere Ferien-Zuhause. Nachdem die ersten Pflanzenschätze versorgt waren - gut, daß wir eine sehr geräumige Wohnung hatten - machten wir noch einen Bummel durch die Innenstadt an die kleine, aber feine Rheinpromenade.
Für uns Schwarzwälder, eine ganz neue Erfahrung, war das emsige Treiben der vielerlei Schiffe und Schiffchen auf dem Rhein.




















Bei einem guten Abendessen genossen wir die Aussicht auf den Rhein. Auf dem Heimweg fiel und dieses 'grüne' Haus auf, paßt doch zu einer Gartenreise - oder ?




Und im nächsten Post werde ich von Bingerden berichten - versprochen

Sonntag, 20. Juni 2010

Offene Gartentür 2010

Nachdem ich 2 Jahre lang meinen Garten nicht geöffnet hatte, gab es dieses Jahr wieder einmal eine 'offene Gartentür'. Diese Aktion wird bei uns über das Landratsamt organisiert und ist, finde ich, eine schöne Einrichtung. Geöffnet hatte ich am Sonntag, den 13. Juni. Im Vorfeld hatte ich eigentlich die größte Bedenken, ob ich durch meine Knie-Operation den Garten überhaupt vorzeigen konnte. So habe ich bis kurz vorher noch einige Stunden gewerkelt, um wenigstens dem größten Teil der Beikräuter Herr zu werden.

Und auch ein bißchen neue Deko sollte es sein. So diese ausrangierte Nähmaschine, die meine Besucher gleich in der Einfahrt empfing.



Begeistert waren viele Leute von unserem 'Innenhof', dort lebe ich meine Dekowut und Sammelleidenschaft so richtig aus - smile.







So mancher hat die wunderschöne Blattzeichnung dieser Schmuckgeranie bewundert.


Erst auf den zweiten Blick zu entdecken, dieses filigrane Eisenhuhn. Es verschwindet fast in der Fülle der Pflanzen. Besonders die Clematis recta purperea ist dieses Jahr mit ihren weißen Blütenwolken sehr üppig und macht ihren Pflanzennachbarn das Leben schwer. Nächstes Jahr wird sie ein größeres Gestell bekommen, damit sie sich mehr in die Höhe bewegt.



Obwohl der Himmel bedeckt war - oder auch gerade deshalb - kamen Blüten und Blätter bestens zur Wirkung.











Die Hosta-Schattenecke platzt fast aus den Nähten. Die Hostas haben sich enorm entwickelt und ich werde sie wohl nächstes Frühjahr teilen müssen.



Die meist bewunderte Rose war wohl Falstaff mit ihrer fantastischen Farbe.


Mein persönlicher Liebling ist noch immer der Judasstrauch Cercis canadensis 'Forest pansy', der den Winter prima überstanden hat. Schade, daß er nicht schneller wächst.


Damit meine allerbester Mann beim Mähen die Gießkannensammlung nicht immer zur Seite räumen muß, habe ich sie in den Kirschbaum gehängt.


Neben unserem mit alten Bambusmatten verkleideten Komposter eine Pflanzengruppe wie ich sie besonders mag.
Einfache Wiesenmagariten - die sich wie die inzwischen weiß blühenden Lichtnelken (Lychnis coronaria) ihren Platz immer selbst suchen, Lychnis 'Brennende Liebe', Viola cornuta 'Boughton Blue - das fast ganzjährig blüht und die roten Stiele von Hortensie paniculata 'Ruby Angels Blush'


Es war insgesamt eine für mich gelungene 'offene Gartentür' mit vielen symphatischen Besuchern und netten Gartengesprächen.

Dienstag, 15. Juni 2010

meine offene Gartentür - oder tierischer Besuch ?

fangen wir mit dem tierischen Besuch an - smile

vorletzten Sonntagmorgen kurz nach sechs steh ich so auf unserem Balkon um einen ersten Blick auf meinen Garten zu tun. Da bewegte sich etwas gemächlich unsere kleine Straße runter, eine fremde Katze - ein Hund ? Schnell die Brille geholt - das Tier war noch da - ein Hase !



Wirklich ganz gemächlich hoppelte er die Straße runter, dann mal kurz ein Seitenhüpfer in die Wiese, wieder auf die Straße und weiter. Er schien es zu genießen, die Straße wirklich für sich alleine zu haben.

Seit anderthalb Wochen haben wir weiteren tierischen Besuch bei uns.



einen richtigen Storch ! Er stand zu unserer Überraschung eines morgens unten auf der großen Feuchtwiese und ließ sich durch die vorbeifahrenden Autos überhaupt nicht stören. Seither ist er hier täglich zu sehen.



er hat schon etwas besonderes an sich - unser Storch. Schon zweimal hat er sich meinem Garten bis auf 50 m genähert. Ob er eines Tages im Garten steht ?


So in in Kürze gibt es dann noch ein paar Fotos von meiner 'offenen Gartentür', zu der kein tierischer Besuch kam jedoch richtig viele nette Gartenbesucher.
Also demnächst hier :

Donnerstag, 13. Mai 2010

"bauchgepinselt"

eine Gartenfreundin verwendete diesen netten Ausdruck, als sie mir erzählte, daß sie stolz darauf war, einen Teil einer Ausstellung gestalten zu dürfen, ist dies doch auch Anerkennung.
Diese Wortwahl hat mir sehr gut gefallen und auch ich fühle mich heute "baugepinselt" - smile.

Der Grund hierfür ist dieses neu auf dem Markt erschienene Gartenbuch von Evelyn Thieme / Jutta Schneider / Michael Will.




Ich war sehr überrascht als letzten Frühsommer Jutta Schneider bei mir anrief und von diesem neuen Buchprojekt erzählte. Und auf die Frage, ob ich den bereit wäre, meinen Garten in diesem Buch vorzustellen hab ich nach einigem Zögern zugestimmt.

Jutta Schneider und Michael Will kamen und fotografierten. Dann hörte ich eine Weile nichts mehr und dachte eigentlich schon, die Sache hätte sich für mich erledigt. Weiss ich doch als fleißige Gartenbesucherin, daß es sehr viele schöne Gärten gibt.

Doch nein, Wochen später besuchte mich dann auch Evelyn Thieme. Wir unterhielten uns sehr lange und ich hatte bei ihr das Gefühl, da haben sich zwei Gärtnerinnen getroffen.

Ja und nun ist es tatsächlich wahr geworden, mein Garten wurde in dieses wunderschöne Buch aufgenommen.








Ganz besonders gut gefällt mir die Überschrift, unter der mein Garten vorgestellt wird : 'Dem Himmel so nah'
Genauso fühle ich mich, wenn ich vorne am Hügelausblick sitze und den Blick auf unser kleines Städtchen genieße.

Hiermit möchte ich mich bei Evelyn Thieme, Jutta Schneider und Michael Will herzlich bedanken. Sie haben meinen Garten und damit auch mich sehr treffend und mit viel Gefühl beschrieben und auch die Fotos sind sehr schön.

Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen, denn es sind außer meinem Garten noch weitere 24 ganz tolle Gärten beschrieben und es macht Freude in diesem Buch zu lesen und die vielen tollen Fotos in sehr guter Qualität zu betrachten.

Dienstag, 27. April 2010

Gut zu Fuß auf Krücken

Noch immer bin ich auf zwei Krücken unterwegs, darum sind die Fotos halt noch immer etwas verwackelt.
Doch ich konnte es einfach nicht lassen, Stufe für Stufe hab ich mein Gartenreich erklommen.
Der Polsterphlox ist in voller Blüte und hat sich über die malerisch über die kleinen Mäuerchen gelegt.


Überall blühen Tulpen und vielen Farben und Formen und verbreiten fröhliche Frühlingsstimmung.


Eine kleine niedrige Akelei hab ich fast übersehen. Doch ihre große Blüte in einem schönen lilablau ließ mich innehalten und die Krücken zur Seite legen.


Die Christrosen sind inzwischen fast verblüht, aber nur fast. Diese Christrose wird von Jahr zu Jahr größer und besteht aus einer weißen und roten Sorte.


Dieses zart lilafarbene Gedenkemein hat sich ebenfalls wunderbar entwickelt.


Der Polster-Goldlack hat sich großflächig ausgebreitet. Ob er duftet ? - Ich weiß es nicht, soweit runter kam ich mit meinem Näschen leider nicht.


Die ersten Hostas haben ihre Blätter entrollt


Während der einfache Futterbeinwell noch eine Weile braucht, bis er zum Blühen kommt, blühen schon 4 verschiedene Gartensorten. Fragt mich bitte aber nicht nach den Namen. Am schönsten find ich den blau blühenden, der wirklich auffallend leuchtet.


Am meisten habe ich mich aber über die leuchtenden Blüten des Silbertalers gefreut.
Nachdem ich wirklich jahrelang erfolglos Samen ausgestreut habe, hat es nun endlich funktioniert.
Und siehe da, es blüht ein weißer Judaspfennig, dessen Blätter einen feinen weißen Rand haben. Dazu zwei lila blühende, wobei die dunklere, intensivfarbene Sorte auch dunklere Stiele hat. Da werd ich wohl im Herbst ausreichendes Bastelmaterial zur Verfügung haben.


Inzwischen hab ich eine staudige Sorte gefunden. Sie blüht dieses Jahr zum erstenmal.


Lediglich meine kleine Schattenecke wirkt noch etwas trostlos, die hier gepflanzten Hostas lassen sich reichlich Zeit.


Doch sicherlich sieht es bei meinem nächsten Fotorundgang schon viel lebendiger aus, wollen wir wetten ?

Donnerstag, 8. April 2010

Kleine Freuden beim ersten Krückenrundgang

Gestern nachmittag konnt ich nicht anders, strahlender Sonnenschein, ich mußte raus.
Zum Glück hatte man mir in der ersten Krankengymnastik gleich beigebracht, wie man mit Krücken Treppen rauf und runter geht. Nach unten krankes Füßle zuerst in die Hölle, nach oben gsundes Füßle zuerst in den Himmel. Bei meinem Fliegengewicht auch nicht gerade so ganz leicht, darf ich das operierte Knie doch höchstens mit 20 kg belasten, aber dank Muckis klappt es ganz gut - grins.

Vor der Haustür zuerst in den für mich bereit stehenden Stuhl - ausruhen. Die Osterdekoration strahlt noch mit der Sonne um die Wette.



Die vor 2 Wochen bepflanzten Töpfe verbreiten Frühlingsstimmung. In diesem Topf hab ich 2 Sorten Pfefferminze gepflanzt, damit ich bei Bedarf nur kurze Wege habe.



Im Kies hat sich ein kleines Stiefmütterchen ausgesät und streckt mutig ihr Gsichtle in die Höhe. Ich bin sicher, daß jeder darauf aufpaßt, damit es nicht unter die Füße gerät


So und dann: Kamera um den Halt, den Allerwertesten in die Höhe und Gewicht in die Krücken, los gehts zum ersten allerkleinsten, ebenen Rundgang.
Aus meinem 'englischen' Naturrasen sprießen überall Gänseblümchen. Ich mag sie.



Achja, meine Bilder sind halt dieses mal nicht gerade von bester Qualität, es ist nicht ganz einfach mit Krücken zu fotografieren.

Und dann am Zaun, jippi, die 2 Clematis-Pflanzen, die ich vor 3 Wochen auf einer Messe gekauft habe und glücklicherweise gleich geerdet sind wunderbar angewachsen.



Aber auch die letztes Jahr gepflanzten scheinen ganz gut über den Winter gekommen zu sein - freu

Clematis triternata Rubromarginata, die in die Blasenspiere diablo wachsen soll.


Neben vielem Beikraut, daß mit den Staudenspitzen um die Wette wächst, schaut es von oben nicht schlecht aus.
Schade daß ich es mir nicht möglich ist, den Hügel etwas nach unten zu gehen um weitere Gartenteile genauer anzuschauen.
Im neuen Hostahügel kann ich das gelbgrüne Flattergras, eine Empfehlung von meiner Gartenfreundin Gerda erkennen.

Auch verschiedene Farne scheinen gut angewachsen zu sein und die Taglilien dazwischen haben schon richtig schönes Grün.

Ganz unten leuchtet das blau einer Kugelprimel -


Vorne am alten Zwetschgenbaum strahlt Anemone blanda - herrlich, ich freu mich


Doch genug für heute, im Innenhof hat Sohnemann derweil eine Reihe Behältnisse mit Dachwurzen griffbereit aufgereiht. So konnte ich sie im Sitzen mit hochgelegtem Bein mühelos greifen und säubern. Und dann gings gings wieder krückenflott nach oben, mein Knie hatte sich eine Eispackung redlich verdient.