Am 9. März findet die diesjährige Gartenbuchpreisverleihung 2012 auf Schloss Dennenlohe statt.
Bis Anfang Dezember 2010 wußte ich überhaupt nicht, daß es eine Gartenbuchpreisverleihung gab. Und dies obwohl ich selbst sehr viele Gartenbücher besitze. So las ich im Gartenform von "Mein schöner Garten" folgenden Aufruf:
Im Jahr 2011 wird es im Rahmen des Deutschen Gartenbuchpreises erstmals auch einen Leserpreis geben. Hier könnt Ihr Euch für eine Mitgliedschaft in der dreiköpfigen Leserjury bewerben, indem Ihr bis zum 23. Januar eine kurze Rezension Eures Lieblings-Gartenbuchs (egal aus welchem Jahr) veröffentlicht. Die drei Jury-Mitglieder werden zur Jurysitzung nach Offenburg und zur feierlichen Preisverleihung nach Dennenlohe eingeladen. Außerdem erhält jedes Mitglied als kleines Dankeschön eine Akku-Heckenschere von Stihl.
Desweiteren hieß es, daß 2 Ersatzpersonen ausgesucht würden, die für ihre Einsatzbereitschaft dann die ausgewählten Gartenbücher als Belohnung bekämen. Weitere Bücher würden unter den Teilnehmern ausgelost.
Ja, und die Aussicht auf ein 'kostengünstiges' Gartenbuch gab dann den Ausschlag mich mit folgender Rezension zu bewerben:
Auch ich möchte an diese Aktion teilnehmen und eines meiner Lieblingsbücher vorstellen.
Aus meinem gut gefüllten Gartenbücherschrank möchte ich folgendes Buch nicht missen:
Pflanzenvermehrung von Alan Toogood
Die besten Methoden für 1500 Zimmer- und Freilandpflanzen
Verlag Dorling Kindersley
aus der Reihe: THE ROYAL HORTICULTURAL SOCIETY
Hier ist wirklich alles über Pflanzenvermehrung zu finden, was der Hobbygärtner wissen möchte.
Zur Einleitung gibt es ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, unterteilt in Einführung - Gartenbäume - Sträucher u. Kletterpflanzen - Stauden - Ein- und Zweijährige - Kakteen und Sukkulenten - Zwiebel- und Knollengewächse - Gemüse.
Diese Unterteilung ist wiederum stichwortartig in weitere Teilbereiche gegliedert.
Die einzelnen Vermehrungsarten sind detailliert beschrieben, die relativen Vorteile der verschiedenen Methoden werden erläutert und einzelne Schritte mit wunderbaren Fotos anschaulich dargestellt. Hilfreich ist auch die Angabe des Schwierigkeitsgrades der Vermehrung.
Ein Glossar am Ende des Buches sowie ein großes Index-Verzeichnis lässt keine Wünsche offen.
Da ich sehr viele Pflanzen selbst vermehre es dieses Buch für mich eines der wichtigsten in meiner Gartenbibliothek, ich kann es jedem von ganzem Herzen empfehlen.
Nie hätte ich damit gerechnet eines der 3 Jurymitglieder sein zu dürfen und so war ich total von den Socken, als mir das Mail ins Haus flatterte, daß ich ausgewählt wurde.
So fuhr ich dann am 4. Februar zur Jurysitzung nach Offenburg in den Burda Medienpark. Klar, ich war total aufgeregt, denn eigentlich ist es nicht so mein Ding in der Öffentlichkeit zu stehen. Doch wir wurden herzlich von der Chefredakteurin Andrea Kögel, ihren Mitarbeitern und mit Handkuss von Baron von Süßkind begrüßt. Nach einem kurzen aber sehr interessanten Rundgang durch die Redaktion von 'Mein schöner Garten' fand unter Leitung von Baron von Süßkind die Jurysitzung statt. Vor jedem von uns 3 Jurymitgliedern befand sich ein Stapel von 32! Büchern, die in der Rubrik 'Ratgeber' eingereicht wurden. Innerhalb von ca. 2 Stunden sollten wir nun eine Auswahl von 3 Büchern treffen und dies auch begründen. Sehr überrascht war ich dann, daß es letztendlich doch eine große Übereinstimmung unserer Beurteilung gab.
Unser klarer Favourit was das Buch "Handbuch Bio-Gemüse" von Andreas Heistinger, ein richtig dicker 600-seitiger Schmöcker. Dieses Buch läßt wirklich keine Wünsche offen, von der Anzucht,Pflege bis zum Verwendung mit Rezept beschreibt es auch seltene, fast vergessene Gemüse. Ein überaus spannendes und interessantes Buch, das ich jedem Gemüseliebhaber nur wärmstens empfehlen kann. Spätestens wenn ich unseren Gemüsegarten selbst bewirtschafte, werde auch ich es kaufen. Doch wie ich mich kenne, wird es wohl früher in meinem Bücherschrank stehen.

Dieser Artikel über die Leserjury-Sitzung erschien in einem der Sommerhefte von 'Mein schöner Garten'
Übrigens wurden wir während der Jurysitzung kräftig gefilmt - auch ein neues Gefühl.
Nach getaner 'Arbeit' wurden wir von Baron Süßkind nochmals herzlich zur offiziellen Preisverleihung nach Schloss Dennenlohe eingeladen.
Und so fuhr ich dann am 18. Februar in Begleitung meines Mannes Richtung Gunzenhausen, dort war in einem Hotel ein Zimmer für uns reserviert. Abends wurden wir dann von einem Taxi abgeholt, das uns mit den anderen beiden Mitgliedern der Leserjury ins Schloß brachte.

Leider ist dies auch das einzige Foto, das ich von Dennenlohe habe. Ich selbst hatte in der Aufregung meine Digitalkamera vergessen, das Foto hat mir netterweise Anne zur Verfügung gestellt.
Empfangen wurden wir mit einem Gläschen Sekt, dann gab es ausgewählte Häppchen - eigentlich schon ein kleines Menü, das uns gekonnt im Stehen serviert wurde. Es war unheimlich interessant zu beobachten, wie sich Autoren und Verleger in den heimeligen Schloßräumen versammelten.
Dann wurden die Preise verliehen.
Zugegeben, wir als Leserjury von 'Mein schöner Garten' waren dann doch überrascht, daß die eigentliche Preisverleihung im Bereich Ratgeber mit unserer Wahl nicht übereinstimmte. Erst später stellte sich dann heraus, daß unser Siegerbuch einen Sonderpreis erhielt.
Das von der 'Expertenjury' gewählte Siegerbuch 'Kiesgärten' landete übrigens auch auf meinem persönlichen Auswahlstapel. Was bestätigte, daß wir als Leserjury durchaus beurteilen konnten, was ein gutes Buch ausmacht.
Das schönste für mich an diesem Abend war der riesige Büchertisch, der sich im Nebenraum befand. Dort konnte man alle eingereichten Bücher ansehen. Ich hätte die Nacht dort verbringen können und wahrscheinlich die nächsten Tage auch noch.
Leider war das Wetter am nächsten schon sehr winterlich, und da wir keine wetterfesten Schuhe dabei hatten, machten wir uns ohne Parkbesichtigung auf den Heimweg.
Das ganze Veranstaltung wurde übrigens von der Fa. Stihl gesponsert, die auch unsere Reise- und Übernachtungskosten übernahm - an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
Zusätzlich erhielten wir supertolle Akku-Heckenschere, die mir ein ortsansässiger Stihlhändler kurze Zeit später aushändigte. Zum Beweis ein kleiner Ausschnitt aus unserer Heimatzeitung.

Dieses Teil ist für mich Gold wert, kann ich doch nun innerhalb kürzester Zeit große Stauden- und Gräserhorste bodeneben abschneiden.
Übrigens bekommen die diesjährigen Jurymitglieder zusätzlich zur Heckenschere noch einen Buchpreis. Das finde ich eine gute Idee, denn ich muß gestehen, für mich als Gartenbuchliebhaber wäre das noch das I-Tüpfelchen gewesen, wenn ich mir von diesem grandiosen Büchertisch ein Buch als Erinnerung hätte wünschen dürfen. Bestimmt hätte ich das Handbuch Bio-Gemüse gewählt.
Achja, inzwischen sind 4 der auf dem Büchertisch ausgelegten Bücher auch schon mein eigen. Auf meiner Wunschliste stehen außer dem Bio-Gemüsebuch noch das Dahlienbuch, das leider nicht ganz billig ist.