Dienstag, 12. Juni 2012

offene Gartentür 2012 - Tanacetum & Orlaya

Am Sonntag war es wieder mal soweit. Im Rahmen der 'Offenen Gartentür' unter der Obhut unseres hiesigen Landratsamtes öffnete ich meine Gartentür.
Mit einigen Zweifeln hatte ich mich angemeldet, da ich wie viele andere auch sehr viele Kälteverluste habe. Und es sind gerade die sogenannten Raritäten, die einfach verschwanden. Da mit einem Teil der Pflanzen auch Erinnerungen an schöne Tage und Stunden verbunden waren, schmerzt dies dann besonders. Meine gesamten Hostas in Kübeln, die wie eh und je draußen überwintert hatten, waren vollständig hinüber. Auch die Dachwurze in den Gefäßen und Trögen haben fürchterlich gelitten und ich habe sie nun erstmal provesorisch mit irgendwelchen Baumarktwurzen bepflanzt.

Gut, daß ich - wenn man es genau nimmt - 4 Gartentürle habe. Es kamen viele Besucher, denn der Wettergott hatte ein Einsehen und meinte es gut mit mir und meinen Gartengästen.

Wie immer konnte ich viele der Besucher nicht selbst begrüßen, und wohl manche Frage konnte ich deshalb auch nicht beantworten.
Die wohl am meisten gestellte Frage angesichts meiner ungelöcherten Hostas war, wie ich dies mit den Schnecken mache.
Nun - ich habe wenig (noch) Schnecken. Durch die vielen Steine die in meinem Garten verarbeitet sind finden viele Eidechsen, Salamander und Blindschleichen einen Unterschlupf. Ich denke, sie danken es mir, indem sie die Schneckenbrut entsprechend dezimieren.
Nicht so gerne höre ich, wenn man sich über die viele Arbeit, die ein Garten in dieser Größe - es sind halt inzwischen 2000 und ein paar mehr qm - macht, ausläßt.

Ich liebe meinen Garten, es ist keine Arbeit für mich!
Für mich bedeutet mein Garten in erster Linie Freude - Entspannung - Wohlfühlen - Bewegung - Ruhe und auch Meditation.
Wer den Garten als Arbeit sieht kann sich nie und nimmer in diesem Maße darüber freuen (meine Meinung und auch meine Überzeugung).
Also wer mich besucht, das Wort Arbeit mag ich einfach nicht. Arbeit ist für mich z.B. mein Haushalt, der über die Gartenmonate etwas leidet.

Sodele das vorweg und nun möcht ich euch einladen, sich mit mir über meinen Garten zu freuen. Fangen wir vorne an und gehen zum 1. Türle rein.



Gleich am 1. Gartentörle, in der orangefarbenen Ecke, begrüßt uns diese farbintensive Alantsorte. Schon vor dem eigentlichen Aufblühen ist die Blütenknospe sehenswert.



Es ist die Zeit der Fingerhüte, die sich in meinem Garten besonders wohl fühlen. In dieser Ecke leuchten die weißen Hüte dem Himmel entgegen.


Wenn man die kleine Treppe runtergeht kommt man zu dem kleinen Wegle, daß mit Buchs Herrenhausen eingefaßt ist.
Die Pflanzsteine, die den Weg befestigen habe ich letztes Jahr mit Sonnenröschen bepflanzt. Im vorderen Teil mit einer roten, leicht gefüllten Sorte, die den Winter bis auf 2 oder 3 Steine auch gut überstanden haben.


Im hinteren Teil sind die weißen Sonnenröschen total ausgefallen. Als Übergangslösung sind sie nun mit rosa Gaura und Steinkraut bepflanzt.


Vor diesem kleinen Wegaufgang steht schon viele Jahre ein Waldgeißbart, der jedes Jahr noch üppiger wird. Ihm habe ich dieses Jahr diese Clematis zur Seite gestellt.


Dann geht es die Natursteintreppe hoch, die ich vor vielen Jahren selbst gesetzt habe. Zugegeben, inzwischen hat sie mein Mann stabilisiert, aber früher hieß es auch beim Wege- und Treppenbau: selbst ist die Frau.
Rechts wächst überschwenglich Clematis rectra purpurea. Zusammen mit der Pflaumeniris (Iris graminea) und dem schwarzen Germer (der nach 5 Jahren noch immer nicht blüht) gibt dies ein hübsches Bild.


Im Beet darüber steht eine Indigofera, die zu meiner Überraschung dieses Jahr viel früher zu blühen begonnen hat.


Richtig schön ist der An- und Ausblick entlang des ersten Querweges.




Und es ist kaum zu glauben, daß trotz der vielen Besucher die übers Wochenende hier waren, der kleine Sämling der Anemone rivularis nicht zertreten wurde.


Der Blick entlang des 1. Querweges / rechts vom Treppenaufgang nach unten.


Dann gehts die Treppe weiter hoch, rechts einer meiner schönen Storchschnäbel.


Am zweiten Querweg rechts blüht einer der Hingucker, der blassgelbe Klee (Trifolium ochroleucon). In den 4 Jahren Standzeit hat er sich zu einem kräftigen Busch entwickelt.


An der Ecke eine kleine Dachwurzbastelei


Dann steigen wir wieder nach unten und gehen wieder dem Hügel entlang weiter. Richtig dufig wirkt Orlaya - die Strahlendolde. Meine ganzen gesammelten, letztjährigen Samen davon wurden am Wochenende weitergegeben. Es war mit Mutterkraut(Tanacetum)und dem blassgelben Klee die wohl gefragteste Pflanze des Sonntages. Sie wirkt in Kombination mit Rosen und auch vielen anderen Stauden unglaublich hübsch.




Bevor wir nun eine kleine Pause einlegen noch schnell ein Blick entlang der kleinen Steinmauer, zu den Hostas die in trockenem Boden und fast voller Sonne wunderbar gedeihen. Hier wirkt mein Hügeltraum fast wie ein gelbgrüner Dschungel - oder ?

4 Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Liebe Monika
du wohnst ja am Rande des Schwarzwalds (wo genau weiss ich natürlich nicht), aber wenn ich mir die Landkarte so anschaue, dann denke ich, wäre ein Ausflug zu deiner offenen Gartentür möglich gewesen. Schade, habe ich es nicht gewusst, sonst hätte ich deinen wunderschönen Garten gerne besucht. Nun erfreue ich mich an deinen Bildern mit dem informativen Text und stelle mir den Garten in Gedanken vor. Auch hier haben viele Topfpflanzen gelitten diesen Winter. Die Rosen haben alle nicht überlebt und drei Hostas auch nicht. Fast alles was in den Beeten zuerst geschädigt aussah, hat inzwischen z.T. wieder neue Triebe gemacht. Es blühte wider Erwarten doch sehr vieles wieder ganz üppig.
Freuen wir uns an der momentanen Gartenpracht, trotz des vielen Regens.
Liebe Grüsse, Barbara

Anonym hat gesagt…

Hallo Monika,
vielen Dank für den Einblick in deinen vielseitigen Garten. Ich hoffe, die offenen Gartenpforte hat dir viele interessante Gespräche gebracht. VG Manfred aus dem Borker Garten

Broceliandes Gartenträume hat gesagt…

Hallo Monika,
stimmt - Arbeit macht nur der Haushalt, der bei mir auch in dieser Zeit etwas leidet. Danke dir für den schönen Rundgang durch dein Gartenreich.
GlG Christina

Brigitte hat gesagt…

Das regt mich auch immer auf, wenn gesagt wird: "Ein so schöner Garten, aber dia Arbat!" Es ist keine Arbeit, sondern uns ein Vergnügen, hält frisch und jung und ist außerdem mächtig gesund. Man spart auch das Fitnessstudio, das manche haben müssen, derweilen in ihren Gärten der Kies dominiert.

Ich schwöre mir ja immer, dass ich mal zu Monika möchte. Irgendwann werde ich aufschlagen. Du hast einen so wunderschönen, ja märchenhaften Garten, den würde ich gerne mal in natura sehen!

Zauberhafte offene Gartenpforte!

Liebe Grüße, Brigitte