Es war ein sehr erfolgreicher Flohmarkt und nicht nur Kunst und Krempel wanderte in mein Wägelchen. An einem Stand wurden Zimmerpflanzen verkauft - hübsche, interessante Pflanzen.
Da mich bei Zimmerpflanzen mein grüner Daumen total im Stich läßt, bin ich immer auf der Suche nach pflegeleichten Pflanzen, die es wenigsten 1 Jahr mit mir aushalten. Denn so ganz ohne Grün wirken Fenster halt doch etwas kühl und leblos.
Die Pflanze meiner Begierde sah auf den ersten Blick nicht nur interessant, sondern auch pflegeleicht aus.
Sie hatte wunderschöne grüngraue, flaumig beharrte Blätter.
Die Verkäuferin bezeichnete sie als absolut problemlos und langsam wachsend. Das war ein weiterer Pluspunkt, denn wenn man wie ich nur wenige Fenster hat, möchte man sie nicht mit riesigen Grünpflanzen verdunkeln.
Da die junge Frau einige solcher Pflanzen dabei hatte, dachte ich gleich darüber nach, daß ich dieses hübsche Teil doch selbst vermehren könnte und dann immer über Nachwuchs für meine beiden Fenster verfügen würde. Also fragte ich die Verkäuferin, wie man Ableger machen könne. Nun, die gute Frau, rückte nicht so recht mit der Sprache heraus. Ich solle halt mal versuchen ein Blatt in die Erde zu stecken. Es war offensichtlich, daß sie Angst um ihre nächstjährigen Geschäfte hatte.
Also suchte mir ein gut gewachsenes Exemplar aus.
Zuhause holte ich gleich eines meiner besten Bücher aus dem Schrank.
Pflanzenvermehrung von Alan Toogood
Da ich ja inzwischen doch einige wenige Pflanzenkenntnisse habe, wußte ich, daß es sich bei der erstandenen Pflanze um eine Sukkulentenart handeln müsse. Und tatsächlich, ich wurde fündig. Bei meinem hübschen Schätzchen handelt es sich um eine 'Kalanchoebeharensis'.
Die wundersame Pflanzenvermehrung sollte folgendermaßen funktionieren:
Man pflücke ein gesundes Blatt mit intaktem Stiel von der Mutterpflanze. Diese Blatt auf einem Draht auffädeln und an einen hellen, warmen Platz hängen, ohne direktes Sonnenlicht. An der Basis des Blattstiels sollten sich nach 3 - 6 Monaten kleine Pflänzchen zeigen. Wenn sie handliche Größe erreicht haben, ablösen und einzeln in kleine Töpfe mit Kakteenerde pflanzen.
Gelesen - getan. Ich fädelte ein Blatt auf, hängte es neben der Pflanze auf und wartete. Die ersten 4 Wochen tat sich nichts. Dann meinte man ein kleines Zipfelchen zu sehen. So nach und nach bildeten sich kleine Würzelchen, aber keine Pflänzchen.
Anfang Dezember war es so weit. Man konnte tatsächlich kleine Blättchen erahnen.
So sah das kleine Wunderwerk am 18. Dezember aus
Am 24. Dezember - die Blättchen sind deutlich gewachsen
Heute war schon ersichtlich, daß tatsächlich mehrere Pflanzen an diesem Blattstiel ihrem Pflanzenleben entgegen streben.
Das große Mutterblatt beginnt nun langsam von der Spitze her zu welken. Klar, muß doch dieses Blatt die jungen Pflänzchen ernähren.
Laut meinem Buch soll es ca. 1-2 Jahre dauern, bis ich neue Pflanzen habe.
Das wäre super, denn genauso lange halten es die meisten Zimmerpflanzen mit mir aus :-)