Sonntag, 15. Mai 2011

Hermannshof - Weinheim

Gestern war es endlich mal wieder soweit. Wir besuchten den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Allein der Garten ist eine weite Anfahrt wert, gestern gab es noch einen weiteren Grund diesen herrlichen Garten zu besuchen. Zweimal jährlich findet dort ein Staudenverkauf aus eigener Anzucht statt, und gestern war einer der Termine. Letztes Jahr hatte ich zum erstenmal dort einige Pflanzen erworben, sie wuchsen wunderbar an und kamen auch prima über den langen Winter. Darum habe ich auch gestern wieder zugeschlagen.
Insbesondere Pflanzen für den Stein- und Präriegarten waren sehr gefragt, wen wundert's bei der momentan herrschenden Trockenheit.

Aber wie gesagt, auch ohne Pflanzenverkauf ist der Hermannshof einen Besuch wert.
Ich war begeistert -

















verständlich oder ?

Sonntag, 24. April 2011

April 2011

Bevor es zu spät ist -
Frohe Ostern




Wie letztes Jahr zogen die Schäfer mit ihren Herden über unsere Wiesen. Ein seltenes Schauspiel, daß auch gleich einige Zuschauber anzog. Auch ich bin immer wieder davon fasziniert


Anfang April gab im Garten außer den vielen Narzissen nicht sehr viel zu sehen.
Fast bangte ich wie jedes Jahr um Aralia californica. Ein paar einsame Austriebe spitzten zaghaft aus der schon trockenen Erde. Unglaublich - 2 Wochen später der schon kräftige Blattaustrieb. Jedes Jahr bin ich sprachlos, daß eine Staude innerhalb kürzester Zeit diese Blattmassen erzeugen kann, bis Ende Juni wird sie wohl wieder über 2 m hoch und genauso breit sein.


Überall im Garten blüht es. Aufgrund der Wärme sind einige Stauden mindestens 2 Wochen zu früh und aufgrund des fehlenden Regens sind sie auch im Nu verblüht. Die Silbertaler oder auch Judaspfennig genannt setzen zum Teil schon fast Samenstände an.
Lunaria annua - 2-jährig meist pink blühend, blüht bei mir auch in einem reinen weiß.
Lunaria rediviva ist mehrjährig, in einem zarten rose. Die späteren Samenstände, die man auch für Trockensträuße verwenden kann sind jedoch oval spitz zulaufend und leicht gewellt.


Kummer bereiten mir dieses Jahr die Strauchpfingstrosen. Eine weiße und eine gelbe haben keinerlei Blüten angesetzt und auch sonst machen sie nicht gerade den besten Eindruck. Lediglich die rosa blühende hat mich nicht im Stich gelassen.


Ob der weiße Germer dieses Jahr wohl endlich zum Blühen kommt? Allein der Austrieb beigeistert.


Auch der echte Haarstrang (Peucedanum officinale) hat noch nie geblüht. Das filigrane Blattwerk dieser Pflanze ist jedoch sehenswert.


Die Überraschung überhaupt - Gunnera oder auch Mammutblatt, ist völlig ungeschützt über den Winter gekommen. Ich hatte im Herbst einfach keine Zeit und zugegeben auch keine Lust diese Pflanze mühevoll winterfest einzupacken. Und siehe da, es geht auch ohne


Sehr früh - die ersten Clematisblüten
Clematis alpina Helsingborg

und Clematis Guernsey Cream


Nachdem mir mein Mann letztes Jahr diesen tollen Sitzplatz gebaut hatte

bekam ich dieses Jahr 2 Gartenpavillons.
Auch hier hat er ganze Arbeit geleistet. Der Boden wurde toll mit Platten eingefasst und wieder mal bekam ich ca. 5 qm neue Beetfläche dazu. Gestern habe ich dort in Verlängerung zum Hostahügel einige Hostas eingepflanzt.


Letztes Jahr konnte ich 2 Obelisken günstig erwerben. Ich freu mich, daß sie so gut in meinen Garten passen. Mal sehen ob Clematis recta purperea sich damit zufrieden gibt oder doch einen noch größeren Obelisken benötigt.


Dieses wunderschöne alte Bänkle bekam ich geschenkt. Der Vorbesitzer wollte die alte Bank nicht mehr. Glück für mich


Noch eine Neuerwerbung - diesen hübschen Keramikvogel kaufte ich auf einem kleinen Weihnachtsmarkt einer hiesigen Gärtnerei.


Momentan hoff ich auf den sehr dringend notwendigen Regen. Einige meiner ausgesäten Jungpflanzen könnten in die Erde, jedoch ist es für diese Jahreszeit viel zu trocken und es ist viel zu mühsam die Pflanzen täglich im Garten zu gießen. Ob ich es doch mal mit einem Regentanz probiere ?

Sonntag, 27. März 2011

Wieder wird es Frühling

Die schlimmen Ereignisse und Katastrophen auf unserer Erde beschäftigen mich sehr. Auch die Freude an meinem Garten hat darunter gelitten. Immer wieder denke ich an die Situation in Japan, an die vielen Menschen, die keinerlei Grund zur Freude haben. Die Angst bestimmt deren Alltag.

Wieder wurde es mir bewußt, daß wir mit unserer Erde, unserer Natur sorgsam umgehen müssen. Und wie wichtig ist es, jeden Tag die kleinen Wunder unserer Welt mit offenen Augen zu sehen und dankbar zu sein.


Überall erwacht in unserer Natur nun wieder neues Leben. Auf der Gartentreppe haben sich viele kleine fast schwarze Stiefmütterle ausgesät. Sie sind so hübsch anzusehen und es fällt mir schwer die Treppen zu benutzen. Dutzende habe ich schon aus der Erde genommen und in Töpfe gepflanzt.



Auf der vorderen Treppe sind es die Lichtnelken, die es sich ungeniert ausgesät haben.


Während die ersten Hostahörnchen aus der Erde spitzen


haben die Christrosen ihren Blütehöhepunkt schon überschritten. Die hellgelbe hat sich dieses Jahr schon ansehlich vergrößert, während die gefüllt blühende Christrose sich noch etwas zurück hält. Um den großen Pulk der dunkelrot-weißen Christrose sind inzwischen die ersten Sämlinge erschienen. Wie wohl deren Blüten aussehen ? - Darauf werd ich wohl noch einige Zeit warten müssen.


Diese Clematis hat wieder kräftig ausgetrieben und läßt wieder mal auf eine überreiche Blüte hoffen.


Kräftig gewachsen ist auch der Bärlauch und einiges davon ist auch schon im Kochtopf gelandet.


Zauberhaft ist der Farbton der Küchenschelle


Garnicht zauberhaft fand ich den diesjährigen Mäuseschaden. Neben einem großen Stock Campanula lactiflora, der letztes Jahr gepflanzten Hortensie Wims Red mußte auch diese Rose dran glauben.


Immer mal wieder habe ich von einem kleinen Pavillon geträumt. Doch erstens fanden wir keinen, der uns gefiel und zweitens konnten wir uns nicht richtig vorstellen, wo man ein solches Teil in unserem hügeligen Gelände aufstellen sollte und ob es zu unserem Gartenstil passen würde.
Dann wurde in der Zeitung ein gebrauchter Pavillon angeboten. Wir schauten ihn uns spaßeshalber an, er gefiel uns auf Anhieb und sofort wußten wir auch wohin damit.

Eine Woche besuchte ich den Resteverkauf eines Gartenmarktes. Und da stand Pavillon Nr. 2 ! Ein Tag später gehörte er mir und wieder war der Standort kein Problem. 2 Johannisbeersträucher mußten weichen und wurden umgepflanzt.

Übrigens sind die Rosen und Clematisse rund um die beiden Schmuckstücke in der Erde und ich hoffe, daß sie ganz schnell wachsen.

Die ersten Frühlingsblumen sind mir natürlich auch schon in die Kiste gehüpft.

Es ist einfach schön, im Eingangsbereich die ersten Gefässe mit blühenden Frühlingsgrüßen zu füllen und sich beim Heimkommen daran zu erfreuen.


Nicht nur der Garten wird neu herausgeputzt, auch die Scheunenwand hat ein neues Kleid bekommen.

Die Krautstanden kommen vor diesem Hintergrund viel besser zur Wirkung, oder ?

Sonntag, 6. Februar 2011

Lichtblick

Gestern Vormittag ca. 10.30 Uhr, ich höre Motorsägen heulen. Nun, nichts ungewöhnliches wenn man so nahe am Wald wohnt. Irgendwo wird um diese Jahreszeit immer gesägt.
Zufällig schau ich zum Badfenster hinaus und seh am Hang dicht gegenüber Bewegung.
Mehrere rote Sicherheitswesten sind auszumachen, das Gejaule der Sägen kommt tatsächlich von dort.

Gespannt beobachtete ich das Treiben der Männer, welche Bäume müssen weichen ?

Ruckzuck, ist der erste große Baum gefällt, und ja, eine der großen Koniferen liegt auch schon am Boden. So schnell wie die Bäume fallen werden sie von einem Riesenschlepper aus dem Weg geräumt und auf die höher gelegene Wiese gezogen. Dort werden sie sofort von weiteren Waldarbeiten in Kleinteile zerlegt.

Kaum zu glauben, auch die 2. riesige Thuja liegt am Boden. Irgendwie tut es mir leid um diese schön gewachsenen Nadelgehölze. Ich denke sie waren schon sehr alt, denn eigentlich standen sie schon als ich vor 20 Jahren hierher zog so majestätisch am Hang.


Dann kommen die nächsten Bäume unterhalb des Weges an die Reihe. Sie können nun ungehindert nach oben fallen. Es wird richtig licht gegenüber und man kann tatsächlich den dahinterliegenden Hügel sehen.


Der Mann mit der großen Motorsäge klettert nun langsam nach unten. Nicht so einfach, er muß das Gestrüpp erst klein sägen um dann an einem besonders großen Baum das Seil zu befestigen. Dann setzt er auch dort die Säge an. Ich halte den Atem an, der Waldarbeiter springt zur Seite, der Baum fällt.


Mir scheint der Baum fiel nicht ganz so, wie er eigentlich hätte fallen sollen. Aber es ist wieder einmal gut gegangen. Das Seil wird an einer anderer Stelle befestigt und das Ungetüm wird nach oben gezogen.


Grade mal 2 Stunden dauerte es und wir haben nun diesen wunderbaren Durchblick. Wir werden dadurch im Sommer um einiges länger die Sonne auf unserem Sitzplatz am Hügelausblick genießen können und auch den Zwetschgenbäumen am Fuße des Hügels wird das zusätzliche Licht richtig gut tun.

Sonntag, 2. Januar 2011

die andere Art Kinder zu bekommen - Pflanzenvermehrung

Letzten Oktober besuchte ich einen Flohmarkt :-).

Es war ein sehr erfolgreicher Flohmarkt und nicht nur Kunst und Krempel wanderte in mein Wägelchen. An einem Stand wurden Zimmerpflanzen verkauft - hübsche, interessante Pflanzen.
Da mich bei Zimmerpflanzen mein grüner Daumen total im Stich läßt, bin ich immer auf der Suche nach pflegeleichten Pflanzen, die es wenigsten 1 Jahr mit mir aushalten. Denn so ganz ohne Grün wirken Fenster halt doch etwas kühl und leblos.

Die Pflanze meiner Begierde sah auf den ersten Blick nicht nur interessant, sondern auch pflegeleicht aus.


Sie hatte wunderschöne grüngraue, flaumig beharrte Blätter.


Die Verkäuferin bezeichnete sie als absolut problemlos und langsam wachsend. Das war ein weiterer Pluspunkt, denn wenn man wie ich nur wenige Fenster hat, möchte man sie nicht mit riesigen Grünpflanzen verdunkeln.

Da die junge Frau einige solcher Pflanzen dabei hatte, dachte ich gleich darüber nach, daß ich dieses hübsche Teil doch selbst vermehren könnte und dann immer über Nachwuchs für meine beiden Fenster verfügen würde. Also fragte ich die Verkäuferin, wie man Ableger machen könne. Nun, die gute Frau, rückte nicht so recht mit der Sprache heraus. Ich solle halt mal versuchen ein Blatt in die Erde zu stecken. Es war offensichtlich, daß sie Angst um ihre nächstjährigen Geschäfte hatte.
Also suchte mir ein gut gewachsenes Exemplar aus.

Zuhause holte ich gleich eines meiner besten Bücher aus dem Schrank.


Pflanzenvermehrung von Alan Toogood


Da ich ja inzwischen doch einige wenige Pflanzenkenntnisse habe, wußte ich, daß es sich bei der erstandenen Pflanze um eine Sukkulentenart handeln müsse. Und tatsächlich, ich wurde fündig. Bei meinem hübschen Schätzchen handelt es sich um eine 'Kalanchoebeharensis'.
Die wundersame Pflanzenvermehrung sollte folgendermaßen funktionieren:
Man pflücke ein gesundes Blatt mit intaktem Stiel von der Mutterpflanze. Diese Blatt auf einem Draht auffädeln und an einen hellen, warmen Platz hängen, ohne direktes Sonnenlicht. An der Basis des Blattstiels sollten sich nach 3 - 6 Monaten kleine Pflänzchen zeigen. Wenn sie handliche Größe erreicht haben, ablösen und einzeln in kleine Töpfe mit Kakteenerde pflanzen.

Gelesen - getan. Ich fädelte ein Blatt auf, hängte es neben der Pflanze auf und wartete. Die ersten 4 Wochen tat sich nichts. Dann meinte man ein kleines Zipfelchen zu sehen. So nach und nach bildeten sich kleine Würzelchen, aber keine Pflänzchen.
Anfang Dezember war es so weit. Man konnte tatsächlich kleine Blättchen erahnen.

So sah das kleine Wunderwerk am 18. Dezember aus


Am 24. Dezember - die Blättchen sind deutlich gewachsen


Heute war schon ersichtlich, daß tatsächlich mehrere Pflanzen an diesem Blattstiel ihrem Pflanzenleben entgegen streben.


Das große Mutterblatt beginnt nun langsam von der Spitze her zu welken. Klar, muß doch dieses Blatt die jungen Pflänzchen ernähren.


Laut meinem Buch soll es ca. 1-2 Jahre dauern, bis ich neue Pflanzen habe.
Das wäre super, denn genauso lange halten es die meisten Zimmerpflanzen mit mir aus :-)