Freitag, 17. September 2010

Spätsommer im Hügelgarten

Es ist Spätsommer - bei Gartenrundgängen fühlt man den nahen Herbst. Der Garten ist zum Finale bereit. Man fühlt die Ruhe, die sich nun langsam im Garten ausbreitet.



Ich mag die ruhigen Ecken im Garten. Neben vielen Gräsern blühen die ersten Astern.
Daneben steht die panaschierte Weigelie, die sich neben ihren wunderschönen Blättern das ganze Jahr mit weißen Blüten schmückt.





Noch immer blüht eine einjährige Pflanze, der weiße Veilchenbusch. Die Mühe dieses einfache Blümchen im Frühjahr aus Samen anzuziehen, lohnt sich. Die Pflanze ist völlig anspruchslos, verträgt Trockenheit und blüht von Sommer bis Herbst ununterbrochen.




Missen möcht ich aus diese Pflanze nicht. Einen Namen weiß ich leider nicht. Letztes Jahr hatte ich sie aus Samen gezogen, im Frühjahr war dann nichts mehr davon zu sehen. Inzwischen hat sie sich jedoch im ganzen Garten verbreitet. Durch ihr markantes Blatt kann man sie jedoch bei zu überreicher Aussaat gut erkennen und minimieren. Die langen grünen Rispen sind Lückenfüller und Beiwerk zugleich.



Die Erdmandel hatte ich vor zwei Jahren auf einem Pflanzenmarkt gekauft. Dieses Frühjahr hatte ich sie schon auf die Vermisstenliste gesetzt und wollte an ihrer Stelle eine andere Staude einpflanzen. Beim Ausheben des Loches fielen mir Wurzeln auf, die wie aneinander gereihten Mandeln aussahen und zig Schneckchen, für die der junge Austrieb ein Leckerbissen war. Nachdem ich die Schnecken anderweitig 'gefüttert hatte, kam die Erdmandel endlich zum Vorschein. Jetzt blüht sie überreich. Obwohl die Blüten richtig schön sind, muß man aufgrund der unauffälligen Farbe genau hingucken.




Riesig freue ich mich über den einjährigen Tabak Multiflora, von dem ich letztes Jahr wirklich nur 3 kleine Samenkapseln ernten konnte. Aber aus diesen wenigen Samenkörnchen konnt ich einige Pflanzen anziehen, die der Hingucker überhaupt sind. Die verschieden farbigen Blütchen sind ein absoluter Hit.



Richtig gut gemacht hat sich auch die diesjährige Kübelbepflanzung am Hügelausblick . Die zitronengelbe Susanna unterpflanzt mit Spanischem Gänseblümchen ist toll gewachsen.



Neu ist dieser alte Holzschubkarren sowie die bauchigen Glasflaschen und auch der Holzkorb im Hintergrund. Sie sind ein Geschenk von lieben Bekannten, die um meine Liebe zu alten Dingen wissen.



Ebenfalls neu ist auch die alte Holztreppe, die in der Zeitung zu verschenken war. Gerade richtig für meine Wurzensammlung.




Noch immer bin ich am Sammeln von Sandsteinen für spätere 'Bauvorhaben'. Bis sie zum Einsatz kommen, werden die eigentlich nicht so schöne Steinberge ausgeschmückt.





Von Margit aus Österreich bekam ich diesen Winter Samen von dieser einjährigen Kletterpflanze. Es ist ein Hörnchenkürbis (Cyclanthera pedata) ein
Kürbisgewächs, rankt bis zu 5 m hoch in einer Saison, sehr dekoratives Blattwerk, Insektenmagnet, die Früchte schmecken ein wenig nach zarten Gürkchen und frischen Erbsen, sind als Naschgemüse, Salatbeigabe oder auch in Suppen und Eintöpfen zu verwenden, Früchte schmecken am besten, wenn sie etwa die Größe einer Olive haben, später werden sie zäh.
Unglaublich schnell hat sich aus einem zarten Pflänzchen ein dichte Blätterwand entwickelt. Fürs nächste Jahr muß ich unbedingt noch Samen ernten.




Ja und mit diesem Gesteck hat es eine besondere Bewandnis. Verwendet hab ich die Reste eines großen Blumenstraußes, den ich von meinem Chef zu meinem Betriebsjubiläum bekam. Zum Blumenstrauß gehörte ein Gutschein für eine Gartenreise nach England.
Ich kann euch sagen, da war ich sowas von 'aus dem Häusle'. Nie hätte ich damit gerechnet, daß ich noch einmal nach England fahre. Nun habe ich fast ein Jahr Vorfreude vor mir - unglaublich.

Samstag, 28. August 2010

immer wieder Holland - 2

Nach dem Brückenabenteuer fuhren wir weiter nach Meeden zur Gärtnerei Foltz.


Nicht nur die Gärtnerei, auch die Schaugärten mit ihren Mutterpflanzenquartieren sind einen Besuch wert. Besonders die vielen Knöteriche hatten es mir angetan.



Bevor wir uns auf den gemütlichen Picknickbänken stärkten bestaunten wir noch die geflochtenen Kunstwerke, die gerade in einem Weidenflechtkurs angefertigt wurden.




Damit war unser Tagesprogramm jedoch noch nicht zu Ende. Gerda wollte uns noch einen holländischen Garten zeigen. Gespannt fuhren wir durch ein kleines Städtchen, in eine kleine Straße mit kleinen Häuschen. Ich war schon überrascht, als Gerda meinte, wir seien am Ziel. Überall kleinste Vorgärtchen. Wo sollte hier ein interessanter Garten sein ? Durch einen hübschen Vorgarten mit Buchs eingefassten Rosenbeeten gingen wir am Haus entlang nach hinten. Dort war eine kleine Cafe-Terasse, von Garten eigentlich noch immer nicht viel zu sehen. Doch dann, nach einer hohen Hecke - unglaublich - doch seht selbst



es war einfach nur schön. Die herrlichen rosa/blauen Farbkombinationen der Phloxe, Monarden und Veronikas, dazu unzählige Clematisse. Selten haben ich solch gekonnte
Beete gesehen.











Dieser gefüllte Phlox hat mir ganz besonders gut gefallen.

Doch dies war noch nicht der ganze Garten. Durch das nächste Heckentor ein ganz andere Welt.



Ein Waldgarten mit unzähligen Hostas, gekonnt in Szene gesetzt.

Und wieder eine Hecke. Ein weiterer Hostagarten mit Farnen, in der Mitte ein grün bewachsenes Wasserbeet. Ich war nur noch am Staunen.



So fügte sich ein Garten an den nächsten.





Der letzte Garten endete dann auf einer Aussichtsterrasse, mit Blick auf die 'Blaue Stadt'.


Dort blieben wir erstmal eine Weile sitzen, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, bevor wir dann wir durch die 10 Gartenzimmer, die sich über 4800 qm erstreckten zum Haus zurück zu gehen.
Nach einem gemütlichen Kaffee mit leckerem Apfelkuchen und machten uns dann auf die Heimfahrt.

Jedoch nicht ohne einen kleinen Abstecher in die 'Blaue Stadt' zu machen. Dieses Wohnprojekt ist um ein acht Quadratkilometer grosses künstliches Meer angelegt, mit umliegendem Naherholungs- und Naturschutzgebiet und vielen Wohnmöglichkeiten. Ich habe keine Fotos gemacht. Diese zum Teil unglaublichen Villen und architektonisch sehr aus dem Rahmen fallenden Häuser mit eigenen Boot-Anlegestellen .......... Nun, ich weiß nicht, ob man das haben muß, um glücklich zu sein.

Ich bin glücklich und zufrieden, wenn ich einen solch schönen Garten besuchen darf, und ich freu mich über meinen eigenen kleinen Garten. Nein - ich brauche kein Luxushaus an einem künstlichen See, der der Natur entrissen wurde.

Sonntag, 22. August 2010

immer wieder Holland - 1

inzwischen liebe ich Holland, ich mag dieses flache Land, die kleinen Städtchen mit ihren schmalen Sträßchen, den hübschen Vorgärtchen und die Fenster ohne Vorhänge, stattdessen mit hübschen Dekoteilen und vor allem liebe ich die Gärten und auch Gärtnereien.

Wenn man dann im Ammerland Urlaub macht, muß frau halt unbedingt auch mal über die Grenze. Wie schön, daß meine Gartenfreundin Gerda Zeit hatte und mit uns einen Tag in Holland verbrachte.
Ziel war die unter gartenverrückten bekannte Gärtnerei Foltz in Medden. Doch Gerda schlug uns einen kleinen Umweg übers Land vor. Sie wollte uns unbedingt etwas zeigen. So fuhren wir schmale Straßen übers Land, als die Straße plötzlich immer schmaler wurde. Eigentlich überraschte es uns nicht, als dann eine Ampelanlage vor uns auftauchte. Klar, zwei Autos kamen nicht aneinander vorbei.
Grün - wir fuhren los, eine klitzekleine Anhöhe hinauf



Dann ein Brückengeländer, mmmh - sieht schon etwas schmal und eng aus - ob wir richtig sind ?



Ja und dann standen wir vor dieser schmalen Brücke, gerade mal so breit, daß unser Auto zwischen die Brückengeländer paßte. Sollten wir wirklich ? - noch könnten wir rückwärts wieder das Sträßle runter fahren. Doch Gerda sagte, das paßt, fahrt ruhig zu



Ich war heilfroh, nicht selbst am Steuer zu sitzen. Mein Mann fuhr langsam über die Brücke. Himmel, sie war so schmal, wir hätten keine Autotüre öffenen können. Wenn das Auto Mucken machen würde, wir säßen fest.
Noch froher war ich, als wir dann nach gefühlten Ewigkeiten am Ende der Brücke ankamen. Nachdem wir auf der anderen Seite die Ampel passiert hatten, mußte ich aussteigen und mir das Ganze mal näher betrachten.



Verrückt oder ? Ich würde wohl nie selbst über die Brücke fahren. Wahrscheinlich müßte man mich retten, wie die Frau, von der uns Gerda erzählte. Diese fuhr auf die Brücke, bekam auf der Brücke dann jedoch Panik. Nichts ging mehr - nicht vorwärts, nicht rückwärts, aussteigen jedoch auch nicht. Retter mußten dann über die Hecktüre ins Auto klettern und das Steuer übernehmen.

Froh, die Brücke hinter uns zu lassen fuhren wir weiter, unserem eigentlichen Ziel entgegen.

Sonntag, 15. August 2010

Ammerland - wo Bäume lesen und schreiben lernen

Unser diesjähriger Urlaub führte uns ins Ammerland. Vor Jahren hatte ich eine Gartenreise in dieses Gebiet gemacht, seither träumte ich von einem Urlaub in dieser schönen Landschaft. Besonders zum Fahrradfahren bietet sich das Ammerland an. Wirklich überall gibt es Fahrradwege und kleine verwunschene Sträßchen, fast ohne sonstigen Verkehr.

Die Anfahrt führte uns nach einem kurzen Zwischenstop über Dänemark nach Bad Zwischenahn. Um nicht noch einmal durch Hamburg zu müssen, fuhren wir rückwärts über Glücksstadt mit der Fähre über die Elbe. Schon bevor wir die Fähre zu Gesicht bekamen, sahen wir dieses Containerschiff scheinbar fast wasserlos in der Landschaft.


Glücklicherweise mußten wir nur eine Fähre Wartezeit in Kauf nehmen, bevor wir dann übersetzten. Auf der Fähre hatten wir schon fast das Gefühl, auf dem Meer zu sein.


Nach einer angenehmen Autofahrt über das flache Land standen wir dann hellbegeistert
vor unserer Ferienwohnung.

Schön - oder ? Unser Feriendomizil sah nicht nur von außen so schnuckelig aus, nein auch innen war es sehr hübsch und gemütlich eingerichtet.
Von hier aus starteten wir unsere Fahrradtouren übers Land. Meine Erinnerung ans Ammerland bestand aus blühenden Bauerngärten, Rhododentron und dem Park der Gärten.
So war ich total überrascht, daß es im Ammerland an fast jeder Straßenecke eine Baumschule gab. Hier mußten die Bäume und Sträucher tatsächlich 'schreiben und lesen' lernen. Egal wo wir lang radelten, überall in Form geschnittene Gehölze.
Vor jedem Haus standen Formgehölze, Stauden waren wenig zu sehen.





Ganz besonders witzig waren diese Gesellen


Um das Zwischenahner Meer zu radeln, war besonders schön.


Eine Radstrecke führte durch ein lichtes Wäldchen, wo sich uns dieser Bilderbuch-Anblick bot.


Vielerorts wurde Torf abgebaut



Unterwegs machten wir in diesem Scheunencafe halt, das zu einem Gartenbau-Betrieb gehörte.

Im Inneren des Cafes war ich erst einmal sprachlos, ob der angesammelten antiken Schätze. Den sehr leckeren Kuchen genossen wir dann doch lieber draußen zwischen hübschen Dekorationen und angenehmen Grün.

Auch den Tante Emma - Laden ließen wir nicht links liegen. Hier werden tatsächlich noch Nudeln, Reis und andere Dinge offen verkauft. Für Kinder bestimmt sehr ungewöhnlich.


Mehrere hübsche Verkaufsstellen für rostige Dekosachen entdecken wir auf unseren Fahrradtouren. Für meinen Geldbeutel war es gut, daß wir per Fahrrad kaum etwas einkaufen konnten.


Auch zum Park der Gärten hätten wir locker mit dem Fahrrad fahren können.



Doch da wir auf unseren Fahrradausflügen eine riesige Staudengärtnerei entdeckten

und ich doch ein bißchen was einkaufen wollte, waren wir an diesem Tag mit dem Auto unterwegs.

Auch nach Oldenburg fuhren wir mit dem Auto. Allerdings stellten wir es auf einem P+R-Platz ab, um dann mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren.


Autofahren in Oldenburg und auch in kleineren Städten ist schon sehr gewöhnungsbedürftig, da auch dort sehr viele Leute mit Fahrrädern unterwegs sind und diese meist Vorfahrt haben.

Das Ammerland liegt ja nahe der holländischen Grenze. Ganz klar waren deshalb auch 2 Tagesausflüge ins Nachbarland geplant. Wohin diese Ausflüge führten ? Darüber mehr das nächste Mal ............