Mittwoch, 13. Juni 2012

offene Gartentür - der Rundgang geht weiter

bevor wir dem Hügel weiter entlang laufen bleiben wir noch mal kurz im Anfangsgarten.
Einer meiner Lieblingsplätze ist der Ausblick von dieser kleinen Bank am oberen Querweg.

Diesen Sitzplatz hatte ich einst kurzentschlossen an einem Samstagnachmittag geschaffen. Ich entfernte an dieser Stelle einige Beikräuter, drehte mit um und dachte spontan, hier möchte ich mich hinsetzen und genießen. So habe ich mich ohne zu zögern an die Arbeit gemacht, die Einbuchtung geschaffen, eine kleine Mauer gesetzt und eine Bank hatte ich auch noch in Reserve. So schnell geht's manchmal bei mir - smile.

Gleich links neben der Bank wächst diese hübsche Zufallskombination zusammen mit einer besonders dunkellaubigen 'Fetten Henne'


Und ein Stück weiter noch immer in rosa - Geranium Apfelblüte - das sich nach einer längeren Anlaufzeit nun doch recht gut entwickelt hat.


Ein paar Schritte und die Astrantia zeigt uns ihre kunstvollen Blüten. Daneben eine Malve, mit ihrem silber überhauchten Blattwerk wird dieses Jahr zum erstenmal blühen - ich bin gespannt.


Und noch eine Kombination im oberen Gartenstück: Knäuelglockenblume mit Lichtnelke


Ja und dann ganz vorne am Zaun, meine absolute Lieblingswicke. Sie ist mehrjährig, d.h. inzwischen ist sie schon 8 Jahre alt, eine Erinnerungspflanze aus England.
Auch meine anderen Staudenwicken in rose und weiß sind hübsch, aber diese gefällt mir ganz besonders gut mit ihren kleineren Blüten und dem warmen kirschrot. Sie ist so hübsch, daß ich ihr den fehlenden Duft gerne verzeihe.


So nun geht es aber endgültig wieder nach unten, vorbei an Mohn orientalis, den ich selbst aus Samen gezogen habe.


Noch schnell ein kleiner Blick zurück


Vorbei an der kleinen Sandsteinsitzbank. Eine Stockrose hat sich einfach ungefragt neben der Bank nieder gelassen. Mir gefällt es, wenn sich Pflanzen aussäen und sich ihren Platz selbst aussuchen. Sehr oft entstehen so richtig schöne Pflanzengemälde. Zugegeben, wenn es mir zu bunt wird (im wahrsten Sinne des Wortes)greife ich auch ein.


Rechts der Bank wächst Deutzia 'Strawberry fields'. Davor ein rotblühender Klee, auch ihn habe ich letztes Jahr aus Samen gezogen.

Oberhalb dieses Bereichs entsteht übrigens mein blauer Geraniumhügel. Es wird wohl noch eine Weile dauern bis ich ihn vorzeigen kann. Auf diese Fläche benötige ich noch einiges an Pflanzen, die ich zum Teil selbst vermehre.

Direkt vor der Steinbank die einmal blühende Rose 'Reine des Violettes'. Sie muß unbedingt einen passenden Obelisken erhalten. Als Übergangslösung habe ich ihr ein Rebkranz gebastelt.


Eine meiner Lieblingsbilder um diese Zeit. Der rote Perückenstrauch mit einer wunderschönen blausamtenen Clematis.


Mit der Sonne um die Wette leuchtet dieser hellgrüne Perückenstrauch. Das fast grell Laub wird durch das warme rosa des Fingerhutes und den kleinen weißen Blütchen des Tanacetums gedämpft.


Ein paar Schritte weiter, in Verlängerung verschieden rosaner Geraniümer und hinter der weiß blühenden, panaschierten Weigelie dann unser Pavillon. Die im letzten Jahr wurzelnackt gepflanzten Rosen haben den Kälteeinbruch zwar überstanden aber bis sie tatsächlich den Pavillon erobert haben, wird es wohl noch eine Zeit dauern.


Diese hat es wenigstens schon fast bis auf halbe Höhe geschafft - und sie duftet - herrlich


Weiter zum Hostahügel geht es dann im nächsten blog - bis denne

Dienstag, 12. Juni 2012

offene Gartentür 2012 - Tanacetum & Orlaya

Am Sonntag war es wieder mal soweit. Im Rahmen der 'Offenen Gartentür' unter der Obhut unseres hiesigen Landratsamtes öffnete ich meine Gartentür.
Mit einigen Zweifeln hatte ich mich angemeldet, da ich wie viele andere auch sehr viele Kälteverluste habe. Und es sind gerade die sogenannten Raritäten, die einfach verschwanden. Da mit einem Teil der Pflanzen auch Erinnerungen an schöne Tage und Stunden verbunden waren, schmerzt dies dann besonders. Meine gesamten Hostas in Kübeln, die wie eh und je draußen überwintert hatten, waren vollständig hinüber. Auch die Dachwurze in den Gefäßen und Trögen haben fürchterlich gelitten und ich habe sie nun erstmal provesorisch mit irgendwelchen Baumarktwurzen bepflanzt.

Gut, daß ich - wenn man es genau nimmt - 4 Gartentürle habe. Es kamen viele Besucher, denn der Wettergott hatte ein Einsehen und meinte es gut mit mir und meinen Gartengästen.

Wie immer konnte ich viele der Besucher nicht selbst begrüßen, und wohl manche Frage konnte ich deshalb auch nicht beantworten.
Die wohl am meisten gestellte Frage angesichts meiner ungelöcherten Hostas war, wie ich dies mit den Schnecken mache.
Nun - ich habe wenig (noch) Schnecken. Durch die vielen Steine die in meinem Garten verarbeitet sind finden viele Eidechsen, Salamander und Blindschleichen einen Unterschlupf. Ich denke, sie danken es mir, indem sie die Schneckenbrut entsprechend dezimieren.
Nicht so gerne höre ich, wenn man sich über die viele Arbeit, die ein Garten in dieser Größe - es sind halt inzwischen 2000 und ein paar mehr qm - macht, ausläßt.

Ich liebe meinen Garten, es ist keine Arbeit für mich!
Für mich bedeutet mein Garten in erster Linie Freude - Entspannung - Wohlfühlen - Bewegung - Ruhe und auch Meditation.
Wer den Garten als Arbeit sieht kann sich nie und nimmer in diesem Maße darüber freuen (meine Meinung und auch meine Überzeugung).
Also wer mich besucht, das Wort Arbeit mag ich einfach nicht. Arbeit ist für mich z.B. mein Haushalt, der über die Gartenmonate etwas leidet.

Sodele das vorweg und nun möcht ich euch einladen, sich mit mir über meinen Garten zu freuen. Fangen wir vorne an und gehen zum 1. Türle rein.



Gleich am 1. Gartentörle, in der orangefarbenen Ecke, begrüßt uns diese farbintensive Alantsorte. Schon vor dem eigentlichen Aufblühen ist die Blütenknospe sehenswert.



Es ist die Zeit der Fingerhüte, die sich in meinem Garten besonders wohl fühlen. In dieser Ecke leuchten die weißen Hüte dem Himmel entgegen.


Wenn man die kleine Treppe runtergeht kommt man zu dem kleinen Wegle, daß mit Buchs Herrenhausen eingefaßt ist.
Die Pflanzsteine, die den Weg befestigen habe ich letztes Jahr mit Sonnenröschen bepflanzt. Im vorderen Teil mit einer roten, leicht gefüllten Sorte, die den Winter bis auf 2 oder 3 Steine auch gut überstanden haben.


Im hinteren Teil sind die weißen Sonnenröschen total ausgefallen. Als Übergangslösung sind sie nun mit rosa Gaura und Steinkraut bepflanzt.


Vor diesem kleinen Wegaufgang steht schon viele Jahre ein Waldgeißbart, der jedes Jahr noch üppiger wird. Ihm habe ich dieses Jahr diese Clematis zur Seite gestellt.


Dann geht es die Natursteintreppe hoch, die ich vor vielen Jahren selbst gesetzt habe. Zugegeben, inzwischen hat sie mein Mann stabilisiert, aber früher hieß es auch beim Wege- und Treppenbau: selbst ist die Frau.
Rechts wächst überschwenglich Clematis rectra purpurea. Zusammen mit der Pflaumeniris (Iris graminea) und dem schwarzen Germer (der nach 5 Jahren noch immer nicht blüht) gibt dies ein hübsches Bild.


Im Beet darüber steht eine Indigofera, die zu meiner Überraschung dieses Jahr viel früher zu blühen begonnen hat.


Richtig schön ist der An- und Ausblick entlang des ersten Querweges.




Und es ist kaum zu glauben, daß trotz der vielen Besucher die übers Wochenende hier waren, der kleine Sämling der Anemone rivularis nicht zertreten wurde.


Der Blick entlang des 1. Querweges / rechts vom Treppenaufgang nach unten.


Dann gehts die Treppe weiter hoch, rechts einer meiner schönen Storchschnäbel.


Am zweiten Querweg rechts blüht einer der Hingucker, der blassgelbe Klee (Trifolium ochroleucon). In den 4 Jahren Standzeit hat er sich zu einem kräftigen Busch entwickelt.


An der Ecke eine kleine Dachwurzbastelei


Dann steigen wir wieder nach unten und gehen wieder dem Hügel entlang weiter. Richtig dufig wirkt Orlaya - die Strahlendolde. Meine ganzen gesammelten, letztjährigen Samen davon wurden am Wochenende weitergegeben. Es war mit Mutterkraut(Tanacetum)und dem blassgelben Klee die wohl gefragteste Pflanze des Sonntages. Sie wirkt in Kombination mit Rosen und auch vielen anderen Stauden unglaublich hübsch.




Bevor wir nun eine kleine Pause einlegen noch schnell ein Blick entlang der kleinen Steinmauer, zu den Hostas die in trockenem Boden und fast voller Sonne wunderbar gedeihen. Hier wirkt mein Hügeltraum fast wie ein gelbgrüner Dschungel - oder ?

Montag, 20. Februar 2012

England 2011 - Tag 2 - Great Dixter

Mittwoch, 6. Juli 2011
vormittags stand eigentlich eine Fahrt an die Küste auf dem Programm. Da der Himmel nicht sehr verheißungsvoll aussah - es war ziemlich bewölkt - wurde einstimmig der Vorschlag angenommen, die Kleinstadt Tender zu besuchen. Drei Stunden intensives Bummeln und Shopping in einer typisch englischen Kleinstadt, ein tolles Alternativ-Programm. Es gefiel mir ausnehmend gut, so gut, daß ich vergaß Fotos zu machen.
Wie gerne hätte ich jetzt ein Foto von dem kleinen englischen Cafe in einer unscheinbaren Seitenstraße. Dort bekam ich die frischesten und besten Scones meiner ganzen Englandreise, mit einer großen Portion Clotted Cream sowie einer fruchtigen Erdbeermarmelade. Dazu einen heißen, duftenden, englischen Tee in einer nostalgischen Teekanne. Ich genoß es einfach und vergaß die Welt um mich herum.

Nach Mittag fuhren wir nach Great Dixter.


Die Topfsammlung im Eingangsbereich - nun ja, die Zusammenstellung für mich schon ungewöhnlich und auch gewöhnungsbedürftig.


Der Garten dafür außergewöhnlich. Die Pflanzen in farbenfroher Vielfalt, die Farben mutig gemischt. Eine natürliche Leichtigkeit, ein Garten zum Staunen, indem ich mich richtig wohlfühlte.







Besonders schön, das große Boarder



Und wie bei meinen ersten Besuch in diesem Garten, faszinierte mich dieser halbrunde Treppenaufgang, in dessen Ritzen sich die spanischen Gänseblümchen ausbreiteten.


Eine Kombination die mir besonders gut gefiel, war diese tiefdunkle Fetthenne (Sedum) mit einer rosanen 'Jungfer im Grünen' (Nigella damascena)


Übrigens, ein leckeres Scones-Rezept, daß ich inzwischen schon einige Male gebacken habe, sind diese leckeren
Mohn-Scones
statt Clotted Cream gibt es bei uns ungesüßte Sahne und Himbeer-Marmelade.

Samstag, 4. Februar 2012

Ghee - Butterschmalz selbst herstellen

Da ich heute etwas Freiraum hatte, habe ich mich entschlossen meine Vorräte an Ghee aufzufüllen. Und da es vielleicht doch noch den ein oder anderen gibt, der dies nicht kennt, möchte ich es hier vorstellen.

Butterschmalz oder Ghee, wie es in der ayurvedischen Küche heißt, ist ganz leicht herzustellen.
Es hat viele unschlagbare Vorteile:
- es ist monatelang haltbar
- frei von Konservierungsstoffen
- extrem hoch erhitzbar
- und der feine Buttergeschmack ist einfach unschlagbar

Und so habe ich es gemacht:

Süßrahmbutter ! (ich habe heute 9 Päckchen verwendet) in einem großen Topf vorsichtig erhitzen





Den Topf nicht abdecken, damit das in der Butter enthaltene Wasser verdampfen kann.
Die Eiweiße flocken dabei aus, die Butter schäumt. Diesen Schaum immer wieder vorsichtig abschöpfen.
Mit der Zeit wird die Butter klar und am Boden des Topfes bildet sich eine leicht braune Schicht. Die letzten Eiweißflocken sinken ebenfalls zu Boden.



Nun nimmt man entweder ein sehr feines Sieb oder auch einen Trichter mit Kaffeefilter oder auch mehrere Lagen Mullwindeln und läßt die noch heiße Butter durchlaufen.



Dann füllt man das Butterfett in Marmeladegläser oder ähnliches ab. Deckel drauf, 5 Minuten auf den Kopf stellen und wieder umdrehen. So sind die Gläser luftdicht verschlossen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen - hier die Ausbeute - wobei ein Glas - das nicht ganz voll wurde, auf dem Bild fehlt. Dies hat meine Mama gleich bekommen.



Nach einer Abkühlzeit sieht das Ganze dann so aus:


Toll oder? Ich verwende Ghee für meine Gemüsegerichte zum andünsten, für Rühreier, zum Kurzbraten und vieles mehr.
Im WWW sind übrigens einige Anleitungen dazu zu finden.
Probiert es unbedingt - es lohnt sich !

Sonntag, 29. Januar 2012

Englandreise 2011 - Sissinghurst

2004 war ich zum ersten Mal auf Gartenreise in England. Damals Anfang Juni zum Zeitpunkt der Rosenblüte.
Letztes Jahr dann durfte ich zum 2.Mal nach England reisen. Es war ein Jubiläumsgeschenk, mit dem ich nie und nimmer gerechnet hatte. Ich sollte mir eine schöne Reise aussuchen und ich hatte mich dann für eine Busreise mit 'Unterwegs- Reisen' vom 4. bis 15. Juli entschieden.
Und so fuhr ich am 4. Juli zuerst einmal mit dem Zug nach Dortmund, um in den Bus zu steigen. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe von 20 Personen und da der Bus für 50 Personen war, hatten wir die Reise über wirklich Platz, was sehr angenehm war
Von Dortmund fuhren wir nach Hoek in Holland. Dort ging es abends auf die Fähre, die uns über Nacht nach Harwich in England brachte.

Ausgeruht und ausgeschlafen fuhren wir dann am Dienstag, den 5. Juli gleich den ersten Garten an - Sissinghurst.

Sissingshurst ist wohl einer der berühmtesten englischen Gärten, gestaltet von Vita Sackville-West.

Von diesem Turm aus hatte man ein herrlichen Rundblick über das Gartengelände und die Landschaft.





Berühmt ist auch der 'Weiße Garten' von Sissinghurst.


Der weiße Mohn war umwerfend schön und auch die weißen Weidenröschen stehen nun auf meiner Wunschliste. Leider habe ich beides bis jetzt noch nicht gefunden.


Und als Anregung habe ich mir diesen Steintrog abgespeichert. Die Einfassung mit Backsteinen fand ich sehr schön, dies werde ich bei meinen Steintrog ebenfalls machen.


Natürlich muß man sich unbedingt auf einer der berühmten Sissinghurst-Bänke fotografieren lassen. Ein sehr netter englischer Gentleman war sofort bereit dies zu tun, als einer der Bänke nach längerem Warten endlich frei wurde.

Nach diesem ersten Gartenhighlight fuhren wir dann in unser erstes Hotel, das den hübschen Namen 'DOG & Bear' trug. Ich hatte das Glück ein Zimmer im alten Teil des Hotels zu bekommen. Es war so richtig typisch englisch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Raumhöhe betrug höchstens 2 m, alles war schief und krumm. Aber es war alles da, was man brauchte, um 3 Nächte gut zu schlafen. Besonders habe ich es in England geschätzt, daß auf jedem Zimmer ein Wasserkocher stand, kompl. mit Tassen, ein paar Keksen, Teebeutel und auch Kaffeepulver. Obwohl ich schon in einigen sehr guten Hotels in Deutschland war, dies habe ich nirgendwo vorgefunden.