Sonntag, 17. Juni 2012

offene Gartentür - mein kleiner Hostahügel

wo waren wir stehen geblieben ?
- Ach ja, am unteren Pavillon, dessen Eingang links von dem sich bei jedem Windhauch wiegenden Gras Hakonechloa macra und dem dahinter stehenden später weiß blühenden Sanguisorba eingerahmt wird.


Dann rechts davon eine Clematis und hier beginnt auch meine Hostalandschaft. Bis vor einem Jahr stand hier ja auch ein großer alter Zwetschgenbaum mit Ramblerrose American Phillar. Nachdem beide letzten Herbst dem Sturm zum Opfer fielen, haben wir sehr lange gesucht um ein passenden Gehölz für diese Stelle zu finden. Letztendlich haben wir uns dann für einen rotblättrigen Zierapfel entschieden. Aber er wird wohl noch ein paar Jährle benötigen um seine ihm zugedachte Leitposition einzunehmen. Geduld ist wieder mal angesagt.


Auf den Treppenstufen säen sich jedes Jahr unzählige kleine schwarze Veilchen aus, die immer Abnehmer finden.


Der Treppe entlang wechseln jeweils Hosta und Taglilien miteinander ab. Es sind Taglilien in gedeckten Farben, so daß sie den Hostas nicht die Schau stehlen und trotzdem ab Juli auch in diesem Bereich Blüten zu sehen sind.


Am Ende der Treppe dann diese Schönheiten, dieses Jahr sind die Hostas nach einer richtig langen Anlaufzeit unglaublich gewachsen. Ich werde wohl nächstes Jahr einige Hostas teilen müssen.


Zwischen den Hostas wachsen im oberen Schattenbereich einige Farne und auch verschiedene Knöteriche. Dieses Jahr haben sich zwischen den Pflanzen Unmengen von Mohn und Fingerhut ausgesät, es war ganz schön mühsam diese zu entfernen. Drei verschiedene Hortensien sitzen ebenfalls in diesem Beet. Während Endless Summer jedes Jahr überreich blüht, sind die beiden anderen noch etwas kümmerlich.


Bleiben darf auch Lunaria rediviva, der ausdauernde Silberling. Im Gegensatz zu seinen einjährigen Geschwistern mit den mehr rundblättrigen Samenständen hat rediviva mehr schmale, spitz zulaufende Samenstände. Beide Arten sind toll in herbstlichen und auch weihnachtlichen Dekorationen.


Über die Treppensteine legt sich diese hübsche Campanula poscharskyana mit weißem Auge.

In einem fast unwirklichen blauen Farbton blüht diese Vergißmeinnichtblüten ähnliche Pflanze, die ich letztes Jahr aus Samen gezogen habe und sich dieses Jahr dann selbst ausgesät hat.


Jetzt machen wir einen kleinen Schlenker und laufen an einem unserer Kirschbäume vorbei an die untere Gartengrenze.


Auch wenn die Kirschbäume meinem Mann als Fruchtlieferanten für sein selbstgebranntes Kirschwässerle dienen, ein bißchen gartentauglich aufgehübscht werden sie schon


Sodele jetzt sind wir unten angelangt, wo ich einen von den Mäusen im Wachstum gestoppten Kirschbaum als Kletterhilfe für die Rose Ghislaine de Féligonde umfunktioniert habe. Ich hoffe, die Rose legt bei ihrem Wachstum endlich mal einen Zahn zu, schließlich macht es ihr die dunkelpinkfarbene Clematis vor.


Der Rose gegenüber wächst die allerschönste Euphorbiensorte in meinem Garten. Die fantastisch gelbgrünen Blüten (die streng genommen, gar keine Blüten sind) haben eine unglaubliche Leuchtkraft.


Genug von dieser Ecke, es geht wieder bergan Richtung Sonnenhügel zum nächsten Hangbeet.


Doch halt - eine Bank - machen wir erstmal eine kleine Pause.
Dann bis zum nächstenmal ................

Mittwoch, 13. Juni 2012

offene Gartentür - der Rundgang geht weiter

bevor wir dem Hügel weiter entlang laufen bleiben wir noch mal kurz im Anfangsgarten.
Einer meiner Lieblingsplätze ist der Ausblick von dieser kleinen Bank am oberen Querweg.

Diesen Sitzplatz hatte ich einst kurzentschlossen an einem Samstagnachmittag geschaffen. Ich entfernte an dieser Stelle einige Beikräuter, drehte mit um und dachte spontan, hier möchte ich mich hinsetzen und genießen. So habe ich mich ohne zu zögern an die Arbeit gemacht, die Einbuchtung geschaffen, eine kleine Mauer gesetzt und eine Bank hatte ich auch noch in Reserve. So schnell geht's manchmal bei mir - smile.

Gleich links neben der Bank wächst diese hübsche Zufallskombination zusammen mit einer besonders dunkellaubigen 'Fetten Henne'


Und ein Stück weiter noch immer in rosa - Geranium Apfelblüte - das sich nach einer längeren Anlaufzeit nun doch recht gut entwickelt hat.


Ein paar Schritte und die Astrantia zeigt uns ihre kunstvollen Blüten. Daneben eine Malve, mit ihrem silber überhauchten Blattwerk wird dieses Jahr zum erstenmal blühen - ich bin gespannt.


Und noch eine Kombination im oberen Gartenstück: Knäuelglockenblume mit Lichtnelke


Ja und dann ganz vorne am Zaun, meine absolute Lieblingswicke. Sie ist mehrjährig, d.h. inzwischen ist sie schon 8 Jahre alt, eine Erinnerungspflanze aus England.
Auch meine anderen Staudenwicken in rose und weiß sind hübsch, aber diese gefällt mir ganz besonders gut mit ihren kleineren Blüten und dem warmen kirschrot. Sie ist so hübsch, daß ich ihr den fehlenden Duft gerne verzeihe.


So nun geht es aber endgültig wieder nach unten, vorbei an Mohn orientalis, den ich selbst aus Samen gezogen habe.


Noch schnell ein kleiner Blick zurück


Vorbei an der kleinen Sandsteinsitzbank. Eine Stockrose hat sich einfach ungefragt neben der Bank nieder gelassen. Mir gefällt es, wenn sich Pflanzen aussäen und sich ihren Platz selbst aussuchen. Sehr oft entstehen so richtig schöne Pflanzengemälde. Zugegeben, wenn es mir zu bunt wird (im wahrsten Sinne des Wortes)greife ich auch ein.


Rechts der Bank wächst Deutzia 'Strawberry fields'. Davor ein rotblühender Klee, auch ihn habe ich letztes Jahr aus Samen gezogen.

Oberhalb dieses Bereichs entsteht übrigens mein blauer Geraniumhügel. Es wird wohl noch eine Weile dauern bis ich ihn vorzeigen kann. Auf diese Fläche benötige ich noch einiges an Pflanzen, die ich zum Teil selbst vermehre.

Direkt vor der Steinbank die einmal blühende Rose 'Reine des Violettes'. Sie muß unbedingt einen passenden Obelisken erhalten. Als Übergangslösung habe ich ihr ein Rebkranz gebastelt.


Eine meiner Lieblingsbilder um diese Zeit. Der rote Perückenstrauch mit einer wunderschönen blausamtenen Clematis.


Mit der Sonne um die Wette leuchtet dieser hellgrüne Perückenstrauch. Das fast grell Laub wird durch das warme rosa des Fingerhutes und den kleinen weißen Blütchen des Tanacetums gedämpft.


Ein paar Schritte weiter, in Verlängerung verschieden rosaner Geraniümer und hinter der weiß blühenden, panaschierten Weigelie dann unser Pavillon. Die im letzten Jahr wurzelnackt gepflanzten Rosen haben den Kälteeinbruch zwar überstanden aber bis sie tatsächlich den Pavillon erobert haben, wird es wohl noch eine Zeit dauern.


Diese hat es wenigstens schon fast bis auf halbe Höhe geschafft - und sie duftet - herrlich


Weiter zum Hostahügel geht es dann im nächsten blog - bis denne

Dienstag, 12. Juni 2012

offene Gartentür 2012 - Tanacetum & Orlaya

Am Sonntag war es wieder mal soweit. Im Rahmen der 'Offenen Gartentür' unter der Obhut unseres hiesigen Landratsamtes öffnete ich meine Gartentür.
Mit einigen Zweifeln hatte ich mich angemeldet, da ich wie viele andere auch sehr viele Kälteverluste habe. Und es sind gerade die sogenannten Raritäten, die einfach verschwanden. Da mit einem Teil der Pflanzen auch Erinnerungen an schöne Tage und Stunden verbunden waren, schmerzt dies dann besonders. Meine gesamten Hostas in Kübeln, die wie eh und je draußen überwintert hatten, waren vollständig hinüber. Auch die Dachwurze in den Gefäßen und Trögen haben fürchterlich gelitten und ich habe sie nun erstmal provesorisch mit irgendwelchen Baumarktwurzen bepflanzt.

Gut, daß ich - wenn man es genau nimmt - 4 Gartentürle habe. Es kamen viele Besucher, denn der Wettergott hatte ein Einsehen und meinte es gut mit mir und meinen Gartengästen.

Wie immer konnte ich viele der Besucher nicht selbst begrüßen, und wohl manche Frage konnte ich deshalb auch nicht beantworten.
Die wohl am meisten gestellte Frage angesichts meiner ungelöcherten Hostas war, wie ich dies mit den Schnecken mache.
Nun - ich habe wenig (noch) Schnecken. Durch die vielen Steine die in meinem Garten verarbeitet sind finden viele Eidechsen, Salamander und Blindschleichen einen Unterschlupf. Ich denke, sie danken es mir, indem sie die Schneckenbrut entsprechend dezimieren.
Nicht so gerne höre ich, wenn man sich über die viele Arbeit, die ein Garten in dieser Größe - es sind halt inzwischen 2000 und ein paar mehr qm - macht, ausläßt.

Ich liebe meinen Garten, es ist keine Arbeit für mich!
Für mich bedeutet mein Garten in erster Linie Freude - Entspannung - Wohlfühlen - Bewegung - Ruhe und auch Meditation.
Wer den Garten als Arbeit sieht kann sich nie und nimmer in diesem Maße darüber freuen (meine Meinung und auch meine Überzeugung).
Also wer mich besucht, das Wort Arbeit mag ich einfach nicht. Arbeit ist für mich z.B. mein Haushalt, der über die Gartenmonate etwas leidet.

Sodele das vorweg und nun möcht ich euch einladen, sich mit mir über meinen Garten zu freuen. Fangen wir vorne an und gehen zum 1. Türle rein.



Gleich am 1. Gartentörle, in der orangefarbenen Ecke, begrüßt uns diese farbintensive Alantsorte. Schon vor dem eigentlichen Aufblühen ist die Blütenknospe sehenswert.



Es ist die Zeit der Fingerhüte, die sich in meinem Garten besonders wohl fühlen. In dieser Ecke leuchten die weißen Hüte dem Himmel entgegen.


Wenn man die kleine Treppe runtergeht kommt man zu dem kleinen Wegle, daß mit Buchs Herrenhausen eingefaßt ist.
Die Pflanzsteine, die den Weg befestigen habe ich letztes Jahr mit Sonnenröschen bepflanzt. Im vorderen Teil mit einer roten, leicht gefüllten Sorte, die den Winter bis auf 2 oder 3 Steine auch gut überstanden haben.


Im hinteren Teil sind die weißen Sonnenröschen total ausgefallen. Als Übergangslösung sind sie nun mit rosa Gaura und Steinkraut bepflanzt.


Vor diesem kleinen Wegaufgang steht schon viele Jahre ein Waldgeißbart, der jedes Jahr noch üppiger wird. Ihm habe ich dieses Jahr diese Clematis zur Seite gestellt.


Dann geht es die Natursteintreppe hoch, die ich vor vielen Jahren selbst gesetzt habe. Zugegeben, inzwischen hat sie mein Mann stabilisiert, aber früher hieß es auch beim Wege- und Treppenbau: selbst ist die Frau.
Rechts wächst überschwenglich Clematis rectra purpurea. Zusammen mit der Pflaumeniris (Iris graminea) und dem schwarzen Germer (der nach 5 Jahren noch immer nicht blüht) gibt dies ein hübsches Bild.


Im Beet darüber steht eine Indigofera, die zu meiner Überraschung dieses Jahr viel früher zu blühen begonnen hat.


Richtig schön ist der An- und Ausblick entlang des ersten Querweges.




Und es ist kaum zu glauben, daß trotz der vielen Besucher die übers Wochenende hier waren, der kleine Sämling der Anemone rivularis nicht zertreten wurde.


Der Blick entlang des 1. Querweges / rechts vom Treppenaufgang nach unten.


Dann gehts die Treppe weiter hoch, rechts einer meiner schönen Storchschnäbel.


Am zweiten Querweg rechts blüht einer der Hingucker, der blassgelbe Klee (Trifolium ochroleucon). In den 4 Jahren Standzeit hat er sich zu einem kräftigen Busch entwickelt.


An der Ecke eine kleine Dachwurzbastelei


Dann steigen wir wieder nach unten und gehen wieder dem Hügel entlang weiter. Richtig dufig wirkt Orlaya - die Strahlendolde. Meine ganzen gesammelten, letztjährigen Samen davon wurden am Wochenende weitergegeben. Es war mit Mutterkraut(Tanacetum)und dem blassgelben Klee die wohl gefragteste Pflanze des Sonntages. Sie wirkt in Kombination mit Rosen und auch vielen anderen Stauden unglaublich hübsch.




Bevor wir nun eine kleine Pause einlegen noch schnell ein Blick entlang der kleinen Steinmauer, zu den Hostas die in trockenem Boden und fast voller Sonne wunderbar gedeihen. Hier wirkt mein Hügeltraum fast wie ein gelbgrüner Dschungel - oder ?

Montag, 20. Februar 2012

England 2011 - Tag 2 - Great Dixter

Mittwoch, 6. Juli 2011
vormittags stand eigentlich eine Fahrt an die Küste auf dem Programm. Da der Himmel nicht sehr verheißungsvoll aussah - es war ziemlich bewölkt - wurde einstimmig der Vorschlag angenommen, die Kleinstadt Tender zu besuchen. Drei Stunden intensives Bummeln und Shopping in einer typisch englischen Kleinstadt, ein tolles Alternativ-Programm. Es gefiel mir ausnehmend gut, so gut, daß ich vergaß Fotos zu machen.
Wie gerne hätte ich jetzt ein Foto von dem kleinen englischen Cafe in einer unscheinbaren Seitenstraße. Dort bekam ich die frischesten und besten Scones meiner ganzen Englandreise, mit einer großen Portion Clotted Cream sowie einer fruchtigen Erdbeermarmelade. Dazu einen heißen, duftenden, englischen Tee in einer nostalgischen Teekanne. Ich genoß es einfach und vergaß die Welt um mich herum.

Nach Mittag fuhren wir nach Great Dixter.


Die Topfsammlung im Eingangsbereich - nun ja, die Zusammenstellung für mich schon ungewöhnlich und auch gewöhnungsbedürftig.


Der Garten dafür außergewöhnlich. Die Pflanzen in farbenfroher Vielfalt, die Farben mutig gemischt. Eine natürliche Leichtigkeit, ein Garten zum Staunen, indem ich mich richtig wohlfühlte.







Besonders schön, das große Boarder



Und wie bei meinen ersten Besuch in diesem Garten, faszinierte mich dieser halbrunde Treppenaufgang, in dessen Ritzen sich die spanischen Gänseblümchen ausbreiteten.


Eine Kombination die mir besonders gut gefiel, war diese tiefdunkle Fetthenne (Sedum) mit einer rosanen 'Jungfer im Grünen' (Nigella damascena)


Übrigens, ein leckeres Scones-Rezept, daß ich inzwischen schon einige Male gebacken habe, sind diese leckeren
Mohn-Scones
statt Clotted Cream gibt es bei uns ungesüßte Sahne und Himbeer-Marmelade.